Neuss: Dirk und Sandra Halffter sollen Baukostenzuschuss für Glasfaser zahlen

Breitbandausbau in Neuss : Ehepaar soll 9340 Euro für Glasfaser-Anschluss zahlen

Der Netzausbau der Deutschen Glasfaser läuft weiter nicht rund. In Neuss-Hoisten hat ein Ehepaar nun eine saftige Rechnung erhalten. Sie sollen fast 10.000 Euro zahlen, weil ein Anschluss vergessen wurde.

Als das Schreiben des Unternehmens „Deutsche Glasfaser“ eintrifft, währt die Hoffnung, dass endlich Tempo in Sachen Glasfaser-Anschluss aufkommt, bei Dirk und Sandra Halffter nur kurz. Als sie das Schriftstück lesen, trauen sie ihren Augen kaum: Das Ehepaar soll einen Baukostenzuschuss in Höhe von 9340,91 Euro zahlen, dann könne der bestellte Anschluss gelegt werden. Bis 21. März 2019 sollen Dirk und Sandra Halffter eine schriftliche Bestätigung zurücksenden. „Das werden wir natürlich nicht machen“, sagt Dirk Halffter.

Das Ehepaar hat 2017 an der Schluchenhausstraße in Neuss-Hoisten ein Zweifamilienhaus gebaut. Dafür wurden Dirk und Sandra Halffter zwei Glasfaseranschlüsse angeboten. Die Vertragsdetails haben die beiden schriftlich bestätigt. Es folgte die Auftragsbestätigung des Unternehmens. In den Vertragsdetails werden zwar je Hausanschluss Baukosten von 750 Euro aufgeführt, aber mit einer entsprechenden Gutschrift verrechnet. Unterm Strich wären die Anschlüsse damit kostenfrei. Allerdings wurde dann nur einer der beiden Anschlüsse in die Straße gelegt, aber noch nicht bis ins Haus. Der zweite fehlt ganz. „Es ist unglaublich, dass wir jetzt auf einmal 9340,91 Euro dafür zahlen sollen“, betont Dirk Halffter.

Ein Unternehmenssprecher räumt auf Anfrage gegenüber unserer Redaktion ein, dass bei der Bearbeitung offenbar ein Fehler passiert sei. Das Gebäude an der Schluchenhausstraße sei im Unternehmen als Ein- und nicht als Zweifamilienhaus definiert worden. Es seien dann Bestätigungen für beide Anschlüsse rausgegangen. „Das hätte nicht passieren dürfen“, sagt der Unternehmenssprecher.

Das Haus der Halffters sei nach der Nachfragebündelung, die die Deutsche Glasfaser vor dem Ausbaustart vornahm, als „Nachanschluss“ hinzugekommen – wegen der Einstufung als Einfamilienhaus aber nur mit einem Anschluss. „Einfach eine zweite Faser durchzuschießen“ sei nicht möglich. „Sie müsste quer durch den Ort gelegt werden, daraus ergeben sich größere Kosten für den Tiefbau, daher der Baukostenzuschuss“, sagt der Unternehmenssprecher. Die Halffters verweisen auf ihre Vertragsbestätigungen – und darauf, dass es doch möglich sein müsse, auch die zweite Wohneinheit über die bereits verlegte Glasfaser anzuschließen. Das Unternehmen will den Sachverhalt nun noch einmal in eine „Zweitprüfung“ geben. Ende offen.

Das gilt auch für die Frage, wann der erste Anschluss, der bereits vorbereitet wurde, endlich bis ins Haus gelegt wird. Einen Termin nennt das Unternehmen bislang nicht. Es gibt aber ohnehin noch zahlreiche Baustellen: Die Deutsche Glasfaser muss auf Druck der Stadt erst Straßenmängel, die im Zuge von Tiefbauarbeiten an einer ganzen Reihe von Orten in Neuss entstanden sind, beseitigen lassen.

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