Ernährungsexpertin der St.-Augustinus-Gruppe in Neuss Kühlende Lebensmittel an heißen Sommertagen

Neuss · Es gibt viele Möglichkeiten, sich an warmen Tagen abzukühlen: Neben luftiger Kleidung und klimatisierten Plätzen spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle. Diese Lebensmittel versprechen Abkühlung.

 Erdbeeren haben einen Wasseranteil von mehr als 90 Prozent und sind damit gut als sommerlicher Snack geeignet.

Erdbeeren haben einen Wasseranteil von mehr als 90 Prozent und sind damit gut als sommerlicher Snack geeignet.

Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Wenn die Temperaturen im Sommer steigen, steigt auch die Sehnsucht nach einem kühlenden Getränk – am besten direkt aus dem Kühlschrank mit klirrenden Eiswürfeln.

Doch empfehlenswert sind eiskalte Getränke bei heißem Wetter nicht, wie Ernährungsexpertin Christina Werwein der St.-Augustinus-Gruppe erläutert. Nimmt der Körper zu kalte Flüssigkeit auf, versucht er dagegen zu regulieren. Und das führt zu einem gegenteiligen Effekt. Wer nun aber meint, die Hitze dafür mit heißen Getränken bekämpfen zu können, irrt. „Es gilt, die Extreme in beide Richtungen, also sehr heiß und sehr kalt, zu meiden“, sagt Werwein. Warme Getränke und Flüssigkeiten auf Zimmertemperatur könnten an Sommertagen dagegen den gewünschten Effekt erzielen.

Überhaupt kann die Ernährung an warmen Sommertagen für Abkühlung sorgen: Das sei zwar nicht in allen Fällen wissenschaftlich belegt, doch beruhen viele Erkenntnisse auf Erfahrungswerten. Oft würde der Mensch so auch intuitiv richtig entscheiden, welche Lebensmittel, sich für welches Wetter eignen. Bei Hitze, so erklärt Werwein, haben nur die Wenigsten Lust auf heiße und deftige Speisen. Stattdessen würden leichte Mahlzeiten bevorzugt.

Christina Werwein ist Ernährungsexpertin der St.-Augustinus-Gruppe.

Christina Werwein ist Ernährungsexpertin der St.-Augustinus-Gruppe.

Foto: St. Augustinus Gruppe

„Generell gilt, dass eine gute, ausgewogene Ernährung den Körper bei Hitze unterstützen kann“, sagt die Expertin, die in der Savita-Ernährungsberatung der St. Augustinus-Gruppe für das Ernährungsmanagement zuständig ist. Denn auch bei heißen Tagen ist es wichtig, dass der Mensch alle benötigten Nährstoffe zu sich nimmt, sodass der Organismus optimal arbeiten und seine Körpertemperatur trotz der Hitze regulieren und konstant halten kann. Gelingt ihm das nicht, droht Unwohlsein oder gar eine Überhitzung.

So ist es an heißen Tagen noch wichtiger als sonst, seinen Flüssigkeitshaushalt im Blick zu haben. Um seinen Körper abzukühlen, beginnt der Mensch, zu schwitzen. Dabei werden Flüssigkeiten und Salze freigesetzt, die es gilt wieder aufzufüllen. Das geht aber nicht nur über Getränke, sondern auch über wasserhaltige Lebensmittel. Und so empfiehlt die Ernährungsexpertin an warmen Tagen beispielsweise zu Gurken, Tomaten und Erdbeeren zu greifen und sie in die Mahlzeiten einzubauen. Die Liste ließe sich um Zitrusfrüchte, Wassermelone und Minze erweisen. Besonders Minze würde ihrer Meinung nach für innere Abkühlung sorgen. Immerhin wirkt das darin enthaltende Menthol nicht nur erfrischend, sondern stimuliert auch die sogenannten Kälterezeptoren des Körpers.

Darüber hinaus, so heißt es in weiteren Fachartikel, können sogar Gewürze wie Chili für innere Abkühlung sorgen. Die Erklärung: Wenn das Gewürz mit der Nahrung aufgenommen wird, fasst der Mensch dies als Wärmequelle im Mund auf und reagiert mit Schweiß, der wiederum Kühlung verspricht. Die Ernährungsexpertin mahnt jedoch zur Vorsicht: „Bei der Schärfe sollte man es nicht übertreiben und sie nur in Maßen zu sich nehmen“.

Ein weiterer Tipp der Ernährungsexpertin, der egal bei welcher Wetterlage seine Gültigkeit hat: Beim Anrichten sollte auf eine schonende Zubereitung geachtet werden. Das heißt: „Das Gemüse kann etwa gedünstet werden“, sagt Werwein. Zu langes Kochen würde nämlich die Nährstoffe entweichen lassen. Auch empfiehlt sie den Verzehr von Bitterstoffen, die zu einer bekömmlichen Verdauung beitragen – und das entlastet gerade an heißen Tagen den Organismus.

Es gibt aber nicht nur Nahrungsmittel, die in warmen Zeiten für Abkühlung sorgen: Umgekehrt gibt es auch jene Zutaten, die an kalten Wintertagen für innere Wärme sorgen: „Man kann sich dabei an die saisonalen und regionalen Produkte halten“, sagt Werwein und nennt etwa den Rotkohl oder Kürbis. Aber auch Gewürze wie Ingwer und Zimt helfen dabei, sich aufzuwärmen. Zimt fördert nämlich die Durchblutung, was wiederum eine wärmende Wirkung hat. Auch Ingwer helfe dabei, sich innerlich aufzuwärmen.