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Neuss: Die Kita-Mullewapp pflanzt ihr eigenes Gemüse

Gärtnern in Neuss : Kita Mullewapp - Acker-Racker pflanzen ihr eigenes Gemüse

Die Vorschulkinder der Kia Mullewapp pflanzen und ernten ihr eigenes Gemüse auf dem Urban-Gardening-Gelände am Botanischen Garten. Ein Besuch.

Ganz selbstverständlich steuern sie zu den Gartengeräten, wie Profis machen sie sich an den Acker. Den Vorschulkindern der Kita Mullewapp merkt man an, dass sie schon echte Garten-Profis sind – „Acker-Racker“ eben. Seit vergangenem Jahr haben sie die Fläche auf dem Urban-Gardening-Gelände am Botanischen Garten. „Wir wollten während der Corona-Pandemie viel draußen sein“, erklärt Kindergartenleiterin Katja Bender, da sei man auf das Bildungsprogramm der „Ackerdemie“ für Kinder in der Kita aufmerksam geworden. „Wir haben dann aber gemeinsam gemerkt, dass wir an der Kita nicht ackern können“, sagt Bender, „dann haben wir uns gefragtt, was jetzt? Wir sind ja mitten in der Stadt.“ Eine Mutter hat das Urban-Gardening-Gelände vorgeschlagen, nun stehen der Kita mehrere Quadratmeter Fläche zur Bepflanzung zur Verfügung, nicht weit weg von der Kita.

Zwei Mal die Woche geht eine Gruppe zum gemeinsamen Garten und schaut nach den Pflanzen. Im vergangenen Jahr gab es eine sehr gute Ernte, nun wurden wieder neue Gemüsesorten gepflanzt – insgesamt 23 verschiedene. Neben den Dauerbrennern wie Kartoffeln, Kürbis oder Tomaten haben die Kinder auch Mairüben gepflanzt und Palmkohl, den auch ihre Erzieherinnen nicht kannten. Und die Kinder wissen bestens Bescheid: „Die Kartoffeln pflanzen wir mit einer Schippe Abstand“, sagt Jakob und Alexander ergänzt: „Aus den Kartoffeln machen wir dann Chips und Pommes.“

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Anni und Pauline pflanzen derweil Kürbis-Setzlinge. Dafür müssen sie ein kleines Loch ausheben und etwas Wasser hineingießen, das dann etwas absickern muss. „Die Kinder sind total begeistert“, sagt Katja Bender, „Sie fragen immer, wann es wieder zum Garten geht.“ Manchmal würden sie sogar ihre Eltern in den Garten zerren. Die Kita Mullewapp lege ihren Schwerpunkt auf Naturerfahrung, sagt Bender, „das sind ja Stadt-Kinder, einige von ihnen haben nicht mal einen Garten.“ Vom Pflanzen bis hin zur Ernte sind die Kinder mit dabei. Das würde sich auch nachhaltig bei den Kindern verankern: „Sie essen das, was wir gemeinsam gepflanzt haben. Zuhause lassen sie das aber auf den Tellern liegen“, weiß die Pädagogin.

Aber man wolle auch den Erhalt alter Sorten fördern, sagt Jessica Büntig vom Verein Acker, der in ganz NRW 250 Lernorte betreut, in Neuss sind es schon sechs. Bevor ein Beet für die Acker-Racker infrage kommt, wird eine Bodenprobe entnommen, damit die Kinder auch direkt vom Beet essen können, Stichwort Bioqualität. „Außerdem sehen wir die Wertschätzung der Kinder, wie viel Arbeit dahinter steckt“, so Büntig.