Deutsche Bahn wird in Neuss aktiv Das Tor zur Nordstadt wird endlich gereinigt

Nordatadt · Die Bahn entfernt ab Montag den Dreck in der Unterführung an der Further Straße. Zudem werden Taubennetze angebracht.

Seit Jahren ist die Bahnunterführung an der Further Straße ein Neusser Sorgenkind: Erboste Fahrgäste, die sich über Taubendreck ärgern, Politiker, die die Verwaltung zum Handeln auffordern, und die Stadt, die auf die Zuständigkeit der Deutschen Bahn (DB) verweist. Nun scheint das lange Ping-Pong-Spiel ein Ende zu nehmen.

Denn wie die Stadt Neuss am Donnerstag mitteilte, hat die Deutsche Bahn jetzt angekündigt, am kommenden Montag, 22. Oktober, mit der Reinigung der Bahnunterführung, die auch das „Tor zur Nordstadt“ genannt wird, zu beginnen.

Anschließend sollen an dieser und weiteren Unterführungen sogenannte Taubenvergrämungsmaßnahmen durchgeführt werden, wie es in Amtsdeutsch heißt. Dazu werden Netze angebracht, die verhindern sollen, dass sich Tauben dort niedersetzen, brüten und den Fuß- und Radweg verschmutzen.

Bürgermeister Reiner Breuer zeigt sich erfreut, dass die lange angekündigten Arbeiten zur Reinigung der Bahnunterführung und Abwehr der Tauben nun beginnen. Durch die Vergrämung sollen die an dieser Stelle unerwünschten Vögel vermehrt das dort errichtete „Taubenhaus“ nutzen. So könne durch Austausch der Eier die Population der Tauben reguliert und verringert werden. Während der Arbeiten der Bahn, die voraussichtlich bis Ende November andauern werden, bleibt ein zweispuriger Verkehr auf der Further Straße erhalten. Lediglich das Linksabbiegen in den Theodor-Heuss-Platz ist zeitweise nicht möglich, hierfür wird eine Umleitung eingerichtet. Die Bushaltestellen werden nach Bedarf verlegt.

Würde man die Reaktionen in der Stadtverwaltung und Politik auf die Ankündigung der Bahn zusammenfassen, dann wäre das Wort „endlich“ wohl am treffendsten. „Es ist ein gutes Zeichen“, sagt Joachim Goerdt (CDU), Vorsitzender des Initiativkreises Nordstadt, der sich seit Jahren für eine Verbesserung der Situation an der Unterführung einsetzt. Jedes Mal ärgere er sich, wenn er das „Tor zur Nordstadt“ passiert. „Eine Sauerei, was da alles liegt“, sagt der Stadtverordnete. In Gesprächen mit der Abfall- und Wertstofflogistik Neuss (AWL) habe man ihm versichert, dass die Unterführung täglich gereinigt werde. Aufgrund des Taubenproblems sehe es binnen weniger Stunden jedoch aus wie vorher. „Es ist sehr sinnvoll, dass jetzt Netze angebracht werden. Alle anderen Methoden, inklusive Taubenhaus, haben sich nicht bewährt“, sagt Goerdt.

Auch Heinrich Thiel, SPD-Stadtverordneter für die Nordstadt, freut sich, dass die lange Wartezeit nun vorüber ist. Er bezeichnet das Handeln der Bahn sogar als „Erfolg des Bürgermeisters“, da dieser die Angelegenheit zur „Chefsache“ erklärt und das persönliche Gespräch mit der Bahn gesucht habe.

Mit den Verschönerungsmaßnahmen soll auch die Beleuchtung am „Tor zur Nordstadt“ in der dunklen Jahreszeit wieder besser zur Geltung kommen. Diese war Ende vergangenen Jahres wieder in Betrieb genommen worden. Laut Goerdt wurden jüngst die Glühbirnen ausgetauscht, um den Stromverbrauch zu reduzieren. Für Initiativkreis-Nordstadt-Geschäftsführerin Ingrid Schäfer (CDU) hatte die Installation sogar Signalwirkung. Sie sei „ein Zeichen dafür, dass wir nicht das schäbige Viertel sind“. Am kommenden Montag wird der nächste Schritt getan.

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