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Neuss: Der schön-schwere Job der Hebammen am Johanna-Etienne-Krankenhaus

Johanna-Etienne-Krankenhaus Neuss : Der schön-schwere Job einer Hebamme

Im Johanna-Etienne-Krankenhaus kümmert sich ein Team von Hebammen und Ärzten um werdende Mütter. Die Angebote zur Entbindung sind vielfältig und richten sich immer nach den Wünschen der Frau.

Jeden Tag vollbringen sie kleine Wunder und helfen dabei, einen neuen Menschen auf die Welt zu bringen. Viele schwangere Patientinnen schätzen die Hilfe und Begleitung einer Hebamme sehr und verlassen sich auf ihren Rat und ihre Erfahrung. Auch im Kreißsaal des Johanna-Etienne-Krankenhauses werden täglich mehrere Babys unter der Hilfe der Hebammen geboren – die gerne Einblick in ihre Arbeit manchmal schwere aber meistens schöne Arbeit geben.

„Es sind immer zwei pro Schicht hier“, sagt Eva Gassen, die leitende Hebamme im Kreißsaal. „Die Geburtshilfe bei uns ist sehr individuell angepasst. Uns ist es wichtig, dass wir uns Zeit für die Patientinnen nehmen und auch die Väter mit einbezogen werden“, sagt sie.

Die werdenden Mütter lernen die Hebammen und Oberärzte allerdings schon früher kennen. „Unsere gemeinsame Sprechstunde findet im Kreißsaal statt“, sagt Miriam Steinhauer, die zum Hebammen-Ream gehört.  „Zusammen können wir dann herausfinden, was sich die Frauen für die Geburt wünschen.“

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Ein wichtiger Bestandteil des Arbeitsalltags ist der ständige Austausch untereinander. „Bei Schichtbeginn erkundigen wir uns immer über den Stand der Dinge“, meint Gassen. „Alle Patientinnen haben kontinuierlich Ansprechpartner, die ihnen zur Seite stehen. Alleine im Kreißsaal sind sie auch nicht. Die Schwangeren haben auch dort eine Hebamme, die sie betreut.“

Eine der größten Ängste der werdenden Mütter, gerade bei Erstgebärenden, ist der Kontrollverlust während der Geburt. „Wir begleiten unsere Patientinnen jedoch den gesamten Geburtsprozess über und haben auch medizinische Sicherheit, falls es doch ein Problem geben sollte“, erklärt Steinhauer, die selbst ein Buch über ihre Erfahrungen als Hebamme geschrieben hat, das vor kurzem veröffentlicht wurde. Auch Kaiserschnitte werden im Kreißsaal durchgeführt oder schon vorher geplant. „Wenn wir feststellen, dass eine natürliche Geburt nicht möglich ist, planen wir einen Kaiserschnitt auch schon im Voraus“, sagt Oberärztin Margret Albiez, die selbst schon seit dreißig Jahren im Johanna-Etienne-Krankenhaus arbeitet und ihre drei Kinder dort auf die Welt gebracht hat.

Die Entbindungsmöglichkeiten sind vielseitig. „Jede Geburt ist verschieden“, sagt Gassen. „Manche gebären im Stehen, andere im Liegen. Wir haben aber auch die Option einer Wassergeburt. Auch diese wird gerne von den Patientinnen in Anspruch genommen.“ Während der Geburt gibt es außerdem noch weitere alternative Behandlungsmethoden, wie Akupunktur, Aromatherapie, Entspannungsbäder und Homöopathie.

Die Corona-Pandemie hat das Krankenhaus-Team gut überstanden. „Corona-bedingt sind wir gut durchgekommen“, sagt  Albiez. „Vor allem vom Personal her. Zusätzlich hatten wir noch Zeitarbeitshebammen an Bord, die uns wirklich gut unterstützt haben. Dadurch konnten wir die Patientinnen immer bestens  betreuen.“

Die Studentin Marie Hoffmann ist Teil der Hebammengruppe im Kreißsaal. Sie absolvierte im vorigen  Jahr ein Praktikum im Kreißsaal und fühlte sich dabei so wohl, dass sie sich dazu entschied, Hebammenwissenschaft dual zu studieren und dazu im Kreißsaal zu arbeiten. „Ich wurde  toll aufgenommen und war von Anfang an dabei“, sagt sie glücklich. „Obwohl ich mich noch am Anfang meines Studiums befinde, habe ich schon sehr viel gelernt und fühle mich hier im Kreißsaal sehr wohl.“

Auch die Patientinnen fühlen sich in der Obhut der Hebammen offenbar gut aufgehoben. „Ich habe gerade meinen Sohn Pepe im Etienne auf die Welt gebracht“, berichtet Leonie Wolf. „Und ich bin sehr froh darüber, dass ich in diesem Krankenhaus entbinden durfte. Ich habe mich von Anfang gut aufgehoben gefühlt, die persönliche Beratung hat mir zudem ein positives Gefühl vermittelt. Auch die Nachbetreuung war gut und professionell.“

In der Regel bleiben die jungen Mütter nach der Entbindung noch drei weitere Tage im Krankenhaus. „Danach sind alle Nachuntersuchungen abgeschlossen und wir können die Patientinnen nach Hause entlassen“, meint Albiez. „Diese drei Tage sind neben den Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen aber auch sehr gut zum gegenseitigen Kennenlernen und zur Eingewöhnung in das neue Leben mit einem Baby.“