Neuss: Das RLT spielt mit "Die Perser" das älteste Drama der Welt

„Die Perser“ feiert Premiere am RLT Neuss : Das älteste erhaltene Drama der Welt

„Die Perser“ von Aischylos ist die letzte Premiere der Spielzeit am Rheinischen Landestheater.

 Für die letzte Premiere der Spielzeit hat sich das Neusser RLT das älteste erhaltene Drama der Welt ausgesucht. „Die Perser“ des griechischen Dichters Aischylos behandelt den Untergang der persischen Flotte in der Seeschlacht von Salamis aus der fiktiven Sicht des persischen Königshofs. Regie führt der junge Adrian Linz. Er hat gerade seine Ausbildung an der Amsterdamer Akademie für Theater und Tanz abgeschlossen. Das Stück aus der Antike ist für ihn eine besondere Herausforderung. „Aber hier am Rheinischen Landestheater werde ich von der Leitung und der Dramaturgie großartig unterstützt“, versichert er.

Der Perserkönig Xerxes, der mit einem gewaltigen Heer die Niederlage seines Vaters Darius in der Schlacht von Marathon rächen will, wird Opfer seiner Hybris. „Diese Hybris ist ein ewig aktuelles Thema“, meint der Dramaturg Sebastian Zarzutski. Er und Linz verweisen auf den Tesla-Gründer Elon Musk, den „Leonardo Da Vinci des 21. Jahrhunderts“. Sein Unternehmen SpaceX ist in der einzigartigen Lage, ein Raumschiff mit großer Nutzlast wieder auf die Erde zurück zu bringen. Musk träumt längst von der Reise zum Mars, das ist die Hybris unserer Zeit. Deshalb wird man in der anderthalb Stunden dauernden Aufführung im RLT-Studio neben Aischylos auch aktuelle Texte hören.

Drei Darsteller teilen sich das handlungsarme Bühnengeschehen. Katharina Dalichau wird in der Rolle der Königsmutter Atossa zu erleben sein. Pablo Guaneme Pinilla und Richard Lingscheidt treten als Bote von der Schlacht, Xerxes, dessen Vater Darius und als Figuren aus der heutigen Zeit auf. Eine  zentrale Rolle spielt der Chor, welcher die Erzählungen von Krieg, Kampfgeschehen und Niederlage aus der Sicht der Vernunft begleitet. Für das Bühnenbild hat sich Adrian Linz die Unterstützung seiner Amsterdamer Kommilitonin Larissa Kamarek erbeten.

Die Zuschauer sollen sich als Teil der Handlung fühlen. „Sie sind das persische Volk, das mit dem Leid der geschlagenen Armee weiterleben muss“ heißt es hierzu vom Regieteam. Eine zentrale Rolle wird aber auch die Musik spielen. George Dhauw, ein weiterer Amsterdamer Studi-Freund von Adrian Linz, hat eigens einen Track komponiert, der eine besondere Sogwirkung entfalten und die verschiedenen Ängste hörbar machen soll.

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