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Neuss - das Jugendamt soll mehr Personal bekommen

Hohe Fluktuation in Neuss : Stadt will das Jugendamt personell verstärken

Das Jugendamt soll mehr Personal bekommen. Das geht aus den Unterlagen des Jugendhilfeausschusses, der am kommenden Donnerstag tagt, hervor.

Laut Beschlussempfehlung sollen vier Einarbeitungsstellen im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) sowie drei zusätzliche klassische ASD-Stellen geschaffen werden. Alle befristet bis zum 31. Dezember 2020.

Das Jugendamt hatte im Rahmen des Stellenplanverfahrens 2019 insgesamt vier Mehrstellen für den ASD beantragt. Die sollen als sogenannte Einarbeitungsstellen der hohen Fluktuation in diesem Bereich entgegenwirken. Die hohe Fluktuation ist nach Angaben der Verwaltung im Wesentlichen auf zwei Punkte zurückzuführen. Zum einen stelle die Arbeit im ASD eine hohe psychische Belastung dar, die zu erhöhten Krankheitsständen in der Belegschaft führe. Zum anderen habe sich gezeigt, dass aufgrund der hohen Anzahl junger Frauen voraussichtlich Mitarbeiterinnen aufgrund von Mutterschaft ausfallen werden. Auch in Zukunft sei von diesem Trend auszugehen.

 Sozialdezernent Ralf Hörsken beklagt die hohe Fluktuation.
Sozialdezernent Ralf Hörsken beklagt die hohe Fluktuation. Foto: Stadt Neuss

Aufgrund der Fluktuationsgründe erhöhe sich die Belastung des Stammpersonals, das die Arbeit der Langzeiterkrankten oder der sich in Mutterschutz und Elternzeit befindlichen Kollegen auffangen muss. Über das gesamte Jahr gesehen werde von den verbleibenden Kollegen ein Arbeitsvolumen von 112 Prozent verlangt. Diese erhöhte Schlagzahl führe wiederum zu vermehrten Krankheitsständen bei den verbleibenden Mitarbeitern.

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Sozialdezernent Ralf Hörsken machte bereits im Jugendhilfeausschuss Ende September deutlich, dass das Jugendamt personell zwar nicht unterbesetzt sei, er sich jedoch zusätzliche Kräfte wünschen würde, um neue Mitarbeiter einzuarbeiten. Doch dass nicht nur Einarbeitungspersonal benötigt wird, geht aus einer Stellenbedarfsberechnung hervor, die besagt, dass auch weitere drei klassische ASD-Stellen benötigt werden. Diese Bedarf resultiere insbesondere aus einem verstärkten Beratungsangebot, aber auch aus einer gestiegenen Anzahl an Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung seit der tödlichen Misshandlung von Jörg (11) aus Weckhoven.

(jasi)