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Neuss: Das Geheimnis eines guten Kaffees

Kaffee in Neuss : Das Geheimnis eines guten Kaffees

Eine gute Tasse Kaffee gibt es immer noch. Auch wenn die Herstellung mittlerweile von vielen Gesichtspunkten abhängig ist, die sich auf Geschmack und Aroma auswirken.

Seit Jahrhunderten trinken die Menschen regelmäßig Kaffee. Im Laufe der Zeit hat er sich zu einem wesentlichen Bestandteil unseres Alltags entwickelt. Die Kaffeepräferenzen der Menschen sind so unterschiedlich wie die zahlreichen Kaffeesorten selbst. Doch was macht guten Kaffee tatsächlich aus? Bereits bei der Röstung der Bohnen entstehen qualitative Unterschiede. Geschmack und Aroma von Kaffee hängen von der Dauer und Temperatur der Röstung ab.

Bei der Bazzar Rösterei am Neusser Hafen werden die frisch angekommenen Bohnen als erstes auf ihren Säuregehalt geprüft. „Die Röstprofile werden dann nach Säuregehalt angepasst“, erzählt Aydin Mikdat Kirici, Gründer und Geschäftsführer von Bazzar. „Unsere Bohnen werden durchschnittlich 20 Minuten bei maximal 226 Grad geröstet. So können die Bohnen ihr Aroma optimal entfalten.“ Weisen die Bohnen einen höheren Säuregehalt auf, werden sie ein wenig länger geröstet.

Anders als Espressobohnen röstet man Filterkaffee zudem bei einer etwas niedrigeren Temperatur. Kaffeebohnen werden dagegen nicht so lange wie die Espressobohnen geröstet. Die Bazzar Rösterei liefert ihre Bohnen im Anschluss an zahlreiche Cafés weiter, für den eigenen Gebrauch kann man die Bohnen ebenfalls kaufen.

„Die Röstung ist ein entscheidender Faktor für guten Kaffee“, verrät Marcel Fornacon, Inhaber des „Koffi“ an der Neustraße. Auf diese Art und Weise können sich die Geschmacksaromen besser entfalten, die Bitterstoffe würden dagegen nicht zu stark hervortreten. „Ich persönlich bevorzuge allerdings die Arabica-Bohne. Da sie erst ab einer Höhe von 900 Metern angepflanzt wird, wächst sie auf einer höheren Ebene als die Robusta-Bohne. Arabica-Bohnen sind zudem oftmals beliebter.“ Dieser Aussage schließt sich auch Bechir Sassi an. Der Inhaber des „Café Crème“ an der Münsterstraße legt großen Wert auf guten und hochwertigen Kaffee. „Am besten schmeckt Kaffee, wenn man die Bohnen kurz zuvor gemahlen hat. So ist der Kaffee wesentlich aromatischer.“

In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Getränke erschaffen, die Kaffee beinhalten. Umso wichtiger ist es deshalb, ein wenig mit dem eigenen Kaffee zu experimentieren und Neues auszuprobieren. Dadurch hat Fornacon in seinem Koffi den „Kofficino“ erschaffen, der aus einem Cappuccino mit Schokolade besteht. „Die Rezeptur bei Cappuccino ist in allen Cafés unterschiedlich“, sagt Fornacon. „Jeder fügt etwas Individuelles hinzu.“

Der Cappuccino aus dem Café Crème wird zwar nicht mit Schokolade serviert, dennoch erfreut er sich bei den Gästen so großer Beliebtheit, dass er bereits ausgezeichnet wurde. „Wir verwenden Bohnen, die es in Neuss so nicht zu kaufen gibt“, erzählt Bechir Sassi. „Besonders gern getrunken wird außerdem unser Kaffee Napoleon. Dieser besteht aus den Komponenten Espresso, Eierlikör, Kakao und Milchschaum.“

Da die Cafés während des Corona-Lockdowns nicht öffnen durften und viele zudem im Homeoffice arbeiten müssen, fiel der Kaffee bei der Arbeit oder der kurze Cafébesuch in der Mittagspause weg. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb hoch, dass sich einige in den letzten Monaten eine eigene Kaffeemaschine angeschafft haben. Doch wie findet man die perfekte Maschine? Marcel Fornacon betont, dass es wichtig sei, zuerst auf die eigene Kaffeepräferenz zu achten. „Wenn man zum Beispiel Espresso bevorzugt oder sich eine gute Crema wünscht, ist man mit einer Siebträgermaschine gut beraten“, sagt der erfahrene Barista. Er empfiehlt zudem, sich durch das große Sortiment an Kaffeebohnen zu probieren. Saskia Karbowiak