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Neuss: Dan Meila wird Chefarzt am Johanna-Etienne-Krankenhaus

Kostenpflichtiger Inhalt: Dan Meila vom „Etienne“ in Neuss : Vom Rückkehrer zum Chefarzt

Dan Meila ist ein national und international gefragter Spezialist für minimalinvasive Eingriffe im Gehirn. Der 42-Jährige hat sich „aus guten Gründen“ gegen den Ruf der weiten Welt und für den Verbleib am „Etienne“ entschieden.

Der Oktober ist für Dan Meila ein Schlüsselmonat. Vor fast genau drei Jahren kehrte der Spezialist für interventionelle Neuroradiologie aus Duisburg in seine Heimatstadt Neuss zurück. Am Johanna-Etienne-Krankenhaus hat er seither die Behandlung von Schlaganfallpatienten, Menschen mit Aneurysmen im Gehirn und Patienten mit angeborenen Gefäßfehlbildungen mit minimalinvasiven Verfahren ausgebaut. Jetzt wurde er zum Chefarzt ernannt.

„Hier am Johanna-Etienne-Krankenhaus und in Neuss fühle ich mich sehr wohl“, so die simple Antwort des Vaters einer zweijährigen Tochter und Gladbach-Fans auf die Frage, warum er dem lauten Ruf der großen weiten Welt der Neuroradiologie nicht gefolgt sei und stattdessen seine Arbeit am „Etienne“ fortführe. Dabei erregt sein Geschick mit hauchdünnen Kathetern in kleinsten Gefäßen zu navigieren in Fachkreisen schon seit vielen Jahren Aufmerksamkeit. „2012 erhielt ich ein Angebot für eine Oberarztstelle an einer renommierten Klinik in New York. Damals entschied ich mich aber für Duisburg“, gesteht der in Düsseldorf wohnhafte und in Neuss aufgewachsene Mediziner.

Als Fünfjähriger ist Dan Meila mit seiner Familie aus seinem Geburtsland Rumänien nach Deutschland gekommen; zuerst nach Düsseldorf, dann 1987 nach Hoisten und Weckhoven. Er machte sein Abitur am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium und studierte Medizin in Düsseldorf. „Daher war der Ruf ans ,Etienne‘ ein Nachhause kommen.“ Zudem sei die Klinik im Gegensatz zu manchen Unikliniken „ein Schnellboot“, mit viel Dynamik und dafür weniger Bürokratie. Bestes Beispiel: Nur zwei Wochen nach seinem Einstieg 2017 hatte er die Thrombektomie als rund um die Uhr verfügbares Verfahren für Schlaganfallpatienten etabliert.

Dass er als Neuroradiologe arbeitet, verdankt Dan Meila einem „Schlüsselerlebnis“: „Während eines Praktikums bei Professor Friedhelm Brassel, einer Koryphäe auf dem Gebiet, durfte ich beim Einführen eines Micro-Katheters durch ein winziges Loch in der Leiste zur Behandlung eines Gefäßes im Gehirn eines Neugeborenen zuschauen“, erzählt er. „Ich war so beeindruckt, dass ich wusste: Das will ich machen.“ Heute führen Meila und sein fünfköpfiges Team jährlich rund 150 Thrombektomien durch. Bei diesem Verfahren wird bei Schlaganfallpatienten mittels eines Katheters, der über ein Loch in der Leiste bis in die Blutgefäße im Hirn vordringt, ein Blutgerinnsel entfernt. Das sei „ein Handwerk, das man lernen kann“, sagt Meila. „Allerdings muss man äußerst sanft und vorsichtig vorgehen – jeder Schritt daneben kann desaströse Folgen haben.“ Zudem behandelt er Patienten mit Aneurysmen und anderen Gefäß-Fehlbildungen im Gehirn und anderswo im Körper. Für Patienten mit diesen seltenen Erkrankungen hat Meila, der ebenfalls als habilitierter Privatdozent an der Universität Hannover lehrt, eine Sprechstunde eingerichtet. Diese will er nun deutschlandweit bekannt machen. „Diese Patienten haben oft eine Odyssee hinter sich, weil ihnen oft niemand weiterhelfen kann.“