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Neuss: Clemens-Sels-Museum erfüllt wesentliche Museumsstandards nicht

Clemens-Sels-Museum erfüllt wesentliche Museumsstandards nicht : Neuer Vorstoß für einen Museumsneubau

Der Kulturausschuss startet einen neuen Anlauf zur Erweiterung des Clemens-Sels-Museums. Man solle mutig sein und perspektivisch denken, betonte der Stadtverordnete Jochen Goerdt (CDU), der sich dabei an der Sportpolitik ein Vorbild nimmt.

„Wenn man sieht, was derzeit dort möglich ist“, sagte er nicht zuletzt mit Blick auf Investitionen in ein TG-Sportzentrum am Südpark. Der gemeinsame Prüfauftrag der Koalition, den Roland Kehl (Grüne) vorstellte, verliert sich deshalb nicht im Klein-Klein, sondern fasst eine grundsätzliche Lösung ins Auge. Die Verwaltung soll dazu gleich mehrere Optionen prüfen: Abriss und Neubau eines Museums an gleicher Stelle, Trennung der Bestände und Neubau eines Museums für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts an anderer Stelle. Die stadtgeschichtliche Sammlung könnte dann im heutigen Museum bleiben. Als dritte Option steht der Neubau einer Kunsthalle in Nachbarschaft des Museums auf der Prüfliste. Dieser Option war die Stadt schon einmal recht nahe gekommen, als die Schenkung einer Jugendstil-Sammlung  an die Bedingung geknüpft wurde, für diese einen Neubau zu errichten. Mit Ablehnung der Schenkung starb auch das Bauvorhaben.

Doch das löst keine Probleme. Hartmut Rohmer brachte deshalb die „Sorgen der SPD um unser Kunstmuseum“ zur Sprache und ließ eine Diskussion über die Zukunftsperspektive des Hauses am Obertor auf die Tagesordnung setzen. Das war 2014/15 zwar aufwändig saniert worden, doch verfügt es auch danach über keine Klimaanlage. Damit, so Rohmer, erfüllt es wesentliche Kriterien der Internationalen Museumsstandards nicht. Mit Folgen: Wechselausstellungen in den Sommermonaten kommen nicht mehr zustande, weil Ausleiher ihre Sammlung keinem Haus anvertrauen wollen, das eine beständige Raumtemperatur zwischen 18 und 21 Grad garantieren kann. Auch laufe das Neusser Museum Gefahr, keine Dauerleihgaben mehr anvertraut zu bekommen. Rohmer wollte deshalb wissen, mit welchem Aufwand der Bau zukunftsfit gemacht werden kann. Diese Bitte um einen Bericht griff der Koalition zu kurz, weshalb sie ihn durch einen weitreichenderen Antrag ersetzte.

(-nau)