Kammerakademie Neuss am Rhein Neue Saison mit Konzert in Doppelspitze

Neuss · Das letzte Abokonzert der Saison hat die Neusser Kammerakademie bereits gegeben: Chefdirigent Christoph Koncz blick zurück auf eine intensive Zeit und freut sich auf die Klassiknacht und kommende Konzerte.

Nach drei Jahren pandemiebedingter Pause dirigierte Christoph Koncz 2023 die Kammerakademie durch die Klassiknacht im Rosengarten.

Nach drei Jahren pandemiebedingter Pause dirigierte Christoph Koncz 2023 die Kammerakademie durch die Klassiknacht im Rosengarten.

Foto: Andreas Woitschützke

Auf eine intensive Saison blickt der Chefdirigent Christoph Koncz zurück. Nicht nur, dass die Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein (DKN) im vergangenen Jahr neben ihren Abo- und Sonderkonzerten so viele Gastspiele wie noch nie hatten – ihre Tournee führte sie unter anderem in die Hamburger Elbphilharmonie – auch Koncz war viel unterwegs. Als Gastdirigent war er unter anderem erstmals für die sächsische Staatskapelle Dresden im Einsatz, er gab aber auch am Pult des Orchestre de Paris sein Debüt und dirigierte das „City of Birmingham Symphony Orchestra“ und das „Orquestra Sinfônica do Estado“ in São Paulo. Seit September des vergangenen Jahres ist Koncz außerdem Musikdirektor des „Orchestre symphonique de Mulhouse“ und hat als solcher auch, und das ist neu für ihn, einige administrativen Tätigkeiten zu erfüllen. „Es sind sehr schöne Aufgaben“, sagt Koncz. Auf die Frage, wie er es schafft, all das unter einen Hut zu bekommen, antwortet er prompt: „Ich bin es gewohnt, viel zu tun zu haben, ich genieße die Arbeit“, sagt er.

Derzeit freut er sich auf die kommende Klassiknacht im Rosengarten, die auch für ihn ein besonderes Ereignis ist. Und so gerät er bei der Erinnerung an die letzte Klassiknacht ins Schwärmen: „Es war ein unglaubliches Erlebnis, man merkt, dass die Menschen es vermisst hatten, es freut mich, dass das Angebot in Neuss so gut angenommen wird.“

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr war die Klassiknacht nach einer dreijährigen pandemiebedingten Pause so gut besucht, dass von so vielen Besuchern wie noch nie gesprochen wurde. In der Vergangenheit haben Schätzungen zufolge rund 3000 Zuhörer den Rosengarten zur Klassiknacht aufgesucht. Während Koncz generell darauf achtet, zugängliche, klassische Werke in den Vordergrund zu stellen, möchte er in diesem Jahr das Programm mit populären Stücken auf die Fußball-Europameisterschaft ausrichten. „Das Programm soll sowohl auf Europa als auch auf den Sport zugeschnitten sein“, sagt er. Dazu gehört etwa ein Auszug der Meistersinger von Wagner sowie Carmen, die ungarischen Tänze von Brahms, die Olympia-Fanfare von John Williams und die Sportpolka von Joseph Strauß.

Neben den musikalischen Beiträgen und der atmosphärischen Stimmung schätzt Koncz auch die spezielle Verbindung, die bei der Klassiknacht zwischen den Musikern und dem Publikum entsteht. „Wir verbringen zusammen einen Abend, der mit Tageslicht beginnt, erleben einen Sonnenuntergang und enden bei Anbruch der Nacht“, sagt er.

Aber nicht nur der Klassiknacht sieht Koncz entgegen: Auch freut er sich schon auf die neue Saison der DKN-Abokonzerte, die er am 6. Oktober, 18 Uhr, im Zeughaus Neuss mit Mahlers Sinfonie Nr. 5 cis Moll eröffnet – „ein sinfonischer Meilenstein“, wie Koncz über das Stück sagt. Das zweite Abokonzert am Sonntag, 15. Dezember, wird von der künstlerischen DKN-Leiterin Isabelle van Keulen gestaltet: Unter dem Titel „Romantisch gigantisch“ hat sie Werke von Caroline Shaw („Entr‘acte“), Joseph Haydn (Konzert für Violine und Streicher C-Dur), Anton Bruckner (Adagio aus dem Streichquintett F-Dur) sowie Robert Fuchs (Serenade für Streichorchester Nr. 3 e-Moll op. 21) ausgewählt. Auch das vierte und letzte Konzert steht unter ihrer Leitung. „Zwischen Ost und West“ heißt es etwa am Sonntag, 6. April, 18 Uhr und am Sonntag, 1. Juni, bietet sie gemeinsam mit der DKN „Mehr als Beethoven.“

In Doppelbesetzung sind Isabelle van Keulen und Christoph Koncz beim fünften Abokonzert unterwegs: Unter dem Titel „Italienisch-Virtuos“ bieten sie Musik von Mozart und Felix Mendelssohn Bartholdy. Jenes Konzert wird schon am Samstag, 16 Uhr, stattfinden. Denn am nächsten Tag geht es mit dem gleichen Programm in den renommierten „Concertgebouw“ von Amsterdam. Das vierte Abkonzert wird auch mit Ustina Dubitsky von einer Gastdirigentin aus Köln geleitet: Dann heißt es „Poesie und Tanz“ von York Bowen (Konzert für Horn und Streichorchester) und Igor Strawinsky (Apollon Musagète).