Neuss: Christoph Heusgen in der Zukunftswerkstatt der RheinLand-Gruppe

Talk-Runde in Neuss : UN-Botschafter Heusgen in der Zukunftswerkstatt

Es war eine erfolgreiche Premiere mit einem prominenten Gast: Der Neusser Christoph Heusgen hielt am Donnerstagabend bei der Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe „Neuss.International“ in der Zukunftswerkstatt der RheinLand-Versicherungsgruppe den Impulsvortrag.

Es war eine erfolgreiche Premiere mit einem prominenten Gast: Der Neusser Christoph Heusgen, Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen in New York, hielt am Donnerstagabend bei der Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe „Neuss.International“ in der im Oktober eröffneten Zukunftswerkstatt der RheinLand-Versicherungsgruppe den Impulsvortrag. Darin ging es um internationale Entwicklungen und Stärken, mit denen Neuss im Wettbewerb der Regionen punkten kann.

RheinLand-Vorstand Christoph Buchbender hatte zuvor in seiner Begrüßung das Innovationszentrum der Versicherungsgruppe sowie das neue Gesprächsformat vorgestellt. Dahinter steht die Überzeugung, dass globale Herausforderungen lokales Handeln erfordern, nachhaltige Antworten auf regionaler Ebene durch internationale Zusammenarbeit entstehen können. „Internationale Entwicklungen spielen auf lokaler Ebene eine Rolle“, betonte Buchbender. Veränderungsprozesse bieten Chancen für Neuss – und diese gelte es zu nutzen.

Im Vergleich auch mit größeren Städten muss sich Neuss nicht verstecken. Das liegt auch am Wohlfühlfaktor und an der besonderen Identität der Stadt, die Menschen, die es rund um den Erdball verschlagen hat, nachhaltig prägt. Heusgen selbst ist dafür ein gutes Beispiel: beruflich in der Welt zu Hause, trägt er seine Heimat Neuss im Herzen und verfolgt das Geschehen auch aus der Ferne genau. Neben familiärer Bande trägt zu seiner Verbundenheit auch das Schützenwesen bei. „Ich habe 48 Mal in ununterbrochener Reihenfolge am Schützenfest teilgenommen“, sagt Heusgen. Er lobte die gute verkehrliche Anbindung von Neuss und sprach drei wichtige Säulen für die Zukunftsfestigkeit der Stadt an: Bildung, Kultur und Wirtschaft. Der Mix im Schulangebot stimme, aber Heusgen plädierte angesichts der Zunahme von Rechtspopulismus für eine Schärfung des Geschichts-Bewusstseins und dafür, dass jeder Jugendliche in seiner Schulzeit einmal Auschwitz besuchen sollte.

Lob gab es für das kulturelle Angebot, auch wenn Neuss mit der Ablehnung der Jugendstil-Sammlung eine große Chance verpasst habe. Lob gab es für den Wirtschaftsstandort. „Das war der Blick von außen auf Neuss von jemandem, der die Stadt liebt“, schloss Heusgen seinen Vortrag. Im Anschluss gab es eine von Wilhelm Ferdinand Thywissen, Mitglied des Aufsichtsrats der Rheinland Holding AG, moderierte Podiumsdiskussion. Dabei sprachen CDU-Bürgermeisterkandidat Jan-Philipp Büchler, Schul- und Kulturdezernentin Christiane Zangs und Unternehmer David Zülow über Herausforderungen und Chancen, die mit Blick auf die Zukunft ergriffen werden müssen. Dabei gelte es auch, einer Entfremdung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft entgegenzuwirken. Ein Fazit: Wirtschaft, Bildungsangebote und Kultur befruchten einander und sorgen für Lebensqualität – ein wichtiger Standortfaktor.