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Neuss: CDU rückt christliche Soziallehre in den Blick

Fischessen in Neuss : CDU rückt christliche Soziallehre in den Blick

Das traditionelle Fischessen der Neusser CDU widmete sich der christlichen Soziallehre. Thema bei der digitalen Veranstaltung war aber auch der Ukraine-Krieg.

Obwohl der Karneval erneut ausfallen musste, setzte die Neusser CDU die Tradition des Fischessens fort, wenn auch als digitales Format. „Christliche Soziallehre reloaded“ lautete das Thema, der Abend war aber auch geprägt durch den russischen Einmarsch in die Ukraine. Deshalb begann die Veranstaltung mit einem Innehalten und einem Gebet für die Menschen in der Ukraine.

Der CDU-Vorsitzende Jan-Philipp Büchler begrüßte interessante Talkgäste: Maria Fischer ist Vorsitzende des Bundes der katholischen Unternehmer, Sebastian Appenfeller ist evangelischer Pfarrer und Vorsitzender des Verbandes der evangelischen Kirchengemeinden in Neuss, zudem waren Andreas Süß, Oberpfarrer an St. Quirin, und der Neusser CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Geerlings dabei. Maria Fischer gab Denkanstöße wie diesen: „Kapitalistische Elemente können sinnvoll sein, aber wenn Unternehmen nur Kostensenkungen im Blick haben, rächt sich das später. Das Gemeinwohl darf nicht mit Füßen getreten werden.“

„Die christliche Soziallehre ist eigentlich eine katholische Soziallehre, aber es gibt Vergleichbares auch bei den evangelischen Christen“, gab Appelfeller zu bedenken: „Die Arbeitsethik von Martin Luther bedeutet, dass man sein ganzes Leben lang Gott dienen muss“, erklärte der evangelische Pfarrer. Aus den Überlegungen heraus, wie die Kirche den Nächsten dienen kann, seien die Diakonien entstanden.

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Im „Drusus One“ ging Oberpfarrer Andreas Süß auf die Bedeutung der christlichen Soziallehre ein: „Sie ist Kompass für unser Handeln.“ Wichtig seien die Grundsätze der Subsidiarität und der Solidarität. Konkret bedeute das unter anderem, dass alle zwölf Gemeinden die gleichen Entfaltungsmöglichkeiten haben müssen. Maria Fischer lobte auf der CDU-Veranstaltung die Grünen: „Sie haben einen Blick auf die Ganzheitlichkeit, das bringt uns weiter.“ Später empfahl sie den Christdemokraten: „Sie müssen sich auch unangenehmen Themen stellen. Wichtig ist die Auseinandersetzung nach innen und nach außen.“

Superindentent Dietrich Denker mahnte als Zuhörer: „Es braucht Ideen, um das christliche Menschenbild wieder sexy und hip zu machen.“ Andreas Süß betonte: „Der Weg der Liebe und der Barmherzigkeit führt zum Frieden. Christliche Werte wie Toleranz stärken den Frieden.“ Für Appelfeller ist der Glaube vor allem Trost. Sein Tipp: „Die CDU müsste unter diesem Aspekt mehr Zuversicht zeigen getreu dem Motto ,Wir schaffen das‘.“ Maria Fischer, seit dem 16. Lebensjahr CDU-Mitglied, forderte ihre Partei nicht nur auf, sich auch unangenehmen Themen zu widmen, sondern sprach auch Klartext angesichts des Ukraine-Kriegs. „Als Gläubige bin ich dafür, dass man den Ukrainern Waffen schickt, damit sie sich verteidigen können.“ Sebastian Appelfeller erklärte: „Wir können der Ukraine nicht das Selbstverteidigungsrecht absprechen.“