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Neuss: Bürgerstiftung will Bundespräsidenten einladen

Neusser beim Bürgerfest des Bundespräsidenten : Bü.Ne will Bundespräsidenten einladen

Delegation der Bürgerstiftung war beim Bürgerfest des Bundespräsidenten in Berlin zu Gast.

Der Vorstand der Bürgerstiftung Neuss (Bü.Ne) diskutiert heute Abend die Frage, ob man nicht Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier – vielleicht im Zusammenwirken mit dem Bürger-Schützen-Verein – nach Neuss einladen müsste. Erstens, weil es höflich wäre, auf die Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten am vergangenen Wochenende mit einer Gegeneinladung zu reagieren. Zweitens hat Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) das schon angeregt – weil er sich ärgerte, dass die Schützen zwar Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) als Ehrengast zum Neusser Schützenfest einluden, sich aber um dessen Amtsvorgängerin mit SPD-Parteibuch sieben Jahre lang nicht bemüht hatten. Und drittens, weil das Treffen mit Steinmeier in seinem Berliner Amtssitz Schloss Bellevue viel zu kurz war. Denn es reichte gerade für ein Foto mit Gisela Hohlmann.

Die stellvertretende Bürgermeisterin war mit ihrem Mann Michael eingeladen, dem zweiten Vorsitzenden der Bürgerstiftung. Der weiß zwar nicht, wie die kleine Bü.Ne-Delegation auf die 4000 Namen zählende Gästeliste des Bundespräsidenten gekommen ist, vermutet aber einen Zusammenhang mit dem 52. bundesweiten Bürgerstiftungskongress, den die Bü.Ne am Wochenende in Neuss ausrichtet.

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Der zweitägige Kongress ist ein Highlight im Jahreskalender der Stiftung, die sich im zehnten Jahr ihres Bestehens für jeden Monat eine öffentlichkeitswirksame Besonderheit überlegt hat. Damit 2018 „ein Bü.Ne-Jahr wird“, wie Dorothea Gravemann als Vorsitzende erklärte. Im August waren es zwei Großfackeln, die zum Schützenfest gezeigt werden, im November wird es eine Podiumsdiskussion sei – und im September der Kongress. Nur: Die Einladung nach Berlin, die war nicht planbar. „Aber toll“, sagt Gisela Hohlmann. Auch weil sie dem Bundespräsidenten „ganz kurz ganz nah war“.

Mit den Eheleuten Hohlmann waren auch Dorothea und Klaus Gravemann sowie Bü-Ne-Vorstandsmitglied Margarete Lennartz und deren Partner Volker Kaul in Berlin – wo sie mit der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth eine weitere Neusserin trafen. Alle zeigten sich beeindruckt von der Rede des Bundespräsidenten, der für eine freie und offene Demokratie und einen respektvollen Umgang miteinander warb. Und als ob die Einladung zum Bürgerfest, das ehrenamtlich Engagierte aus ganz Deutschland besuchen durften, nicht schon Auszeichnung genug wäre, hörten die Neusser auch noch ein Lob aus dem Mund des Präsidenten für ihre Arbeit. Die Bürgerstiftungen und viele weitere Initiativen würden sich erfolgreich für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.

Gastländer beim Bundespräsidenten-Empfang waren Sachsen und Italien, das durch Rocksängerin Gianna Nannini vertreten wurde. Und dass Reisen bildet, merkte Michael Hohlmann auch am Buffet. Er bestellte Reibekuchen aus Sachsen. „Aber die schmeckten auch nicht anders als unsere.“