Neuss: Bürgermeister, IHK und DGB diskutieren Flächennutzungsplan

Auftakt einer Veranstaltungsreihe: SPD diskutiert Flächennutzungsplan

Bürgermeister Reiner Breuer, IHK und DGB fordern ein „Bündnis für gute Arbeit“.

Die Neusser SPD hat ihre Veranstaltungsreihe „SPD Neuss im Dialog“ begonnen. Zum Auftakt diskutierten Bürgermeister Reiner Breuer, IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz und der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Udo Fischer, über den Entwurf des neuen Flächennutzungsplans. Mehr als 30 Gäste kamen und beteiligten sich an der Diskussion.

Der Neusser SPD-Vorsitzende Sascha Karbowiak fasst die einhellige Meinung so zusammen: „Wir waren uns einig, dass wir für die kommenden Jahre weitere Gewerbeflächen in Neuss benötigen, um auch zukünftig ein starker Wirtschaftsstandort sein zu können. Darüber hinaus benötigen wir auch neue Flächen, um weitere bezahlbare Wohnungen für die Neusser bauen zu können.“

Bürgermeister Reiner Breuer erläuterte zunächst einmal die Aufgabe eines Flächennutzungsplanes. „Es geht dabei zunächst einmal darum, überhaupt das Potenzial für weitere Flächen auszuweisen. Das bedeutet nicht, dass dort tatsächlich gebaut wird, denn jede mögliche Bebauung muss vorab durch den Stadtrat genehmigt werden.“

  • Drogen am Neusser Hauptbahnhof : Bürgermeister Breuer will Videoüberwachung

Den größten Bedarf nach Gewerbeflächen artikulierte Jürgen Steinmetz. „Wir erwarten einen Gewerbeflächenbedarf in einer Größenordnung von 150 Hektar bis zum Jahr 2030“, sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Steinmetz verwies dafür auf die hohe Wirtschaftskraft der Unternehmen in Neuss und ihren wichtigen Beitrag zum städtischen Wohlstand über die Gewerbesteuer.

Ähnlich argumentierte Udo Fischer. „Für uns als DGB ist klar: Wir brauchen mehr gut bezahlte Arbeitsplätze. Bei zukünftigen Firmenansiedlungen würde ich mir allerdings wünschen, dass der Fokus deutlich stärker auf die Anzahl der zu schaffenden Arbeitsplätze gelegt wird.“

Der Bürgermeister, die IHK und der DGB forderten ein „Bündnis für gute Arbeit“, damit Neuss ein starker Wirtschaftsort bleiben kann. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen, der die Diskussion moderierte, ist optimistisch, dass auch die anderen Fraktionen das Bündnis unterstützen werden: „Auch die CDU erkennt, dass Arbeitsplätze akut in Gefahr wären, wenn heimische Unternehmen und Interessenten von außerhalb keine neuen Gewerbeflächen in Neuss mehr zur Verfügung stünden.“ Bereits am Dienstag hatten Bürger Gelegenheit, im Haus Derikum über die Verkehrsbelastung und neue Gewerbegebiete zu diskutieren. 70 nahmen teil.

(NGZ)