1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Buchgeschenke machen glücklich

Buchtipps in Neuss : Buchgeschenke machen glücklich

Dorothea Gravemann, Inhaberin vom Bücherhaus am Münster, sowie Oliver Garofalo, Dramaturg und Hausautor am RLT, habe Buchtipps im „Herzstück“ gegeben. Für jeden, der noch nach einem Geschenk sucht.

„Wer schenkt wem was zu Weihnachten?“ ist eine Frage, die sich vermutlich in diesen Tagen etliche Menschen stellen. Auch Dorothea Gravemann vom Bücherhaus am Münster und Olivier Garofalo, Dramaturg und Hausautor des RLT, sind darunter, und die beiden machen gleich eine öffentliche Veranstaltung dazu. Im „Herzstück“, fast schon einen Außenstelle des Landestheaters. Wir stellen eine Auswahl ihrer Auswahl vor.

Für SF-Leser Mit Science-Fiction-Romanen hat Buchhändlerin Gravemann es eigentlich nicht. Es sei  denn, es geht um das Buch von Hervé Le Tellier. Den mag auch Gravemann und empfiehlt ihn geradezu für jeden, der „schrecklich gern denkt“. „Ein intelligenter Fantasyroman“, sagt sie, „mit interessanten Gedankengängen.“ Im Kern geht es um die Menschen in einem Flugzeug, das knapp drei Monate nach dem Fast-Absturz mit denselben Passagieren erneut startet. „Man muss neue Prämissen so annehmen“, rät Gravemann und reicht eine Frage nach: „Wie geht es einer Mutter,die feststellt, dass die gleiche Frau wie sie selbst an ihrer Stelle ist?“

  • Ursula Blass, Simone Feldmann, Gerlinde Knisel-Scheuring,
    Spendenaktion Monheim : Spendenaktion: Kein Kind ohne ein Geschenk
  • Eine Weihnachtsgeschichte für die ganze Familie
    Theater in Radevormwald : Planungen für die 74. Spielzeit laufen
  • Bücher Goch, Franz Engelen und Martin
    Neue Bücher vorgestellt : Weihnachtliches aus dem Gocher Pagina-Verlag

Die Anomalie, 352 Seiten, 22 Euro

Für starke Frauen Einen „echten Schmöker“, der auch einen ganz neuen Blick auf das Reinheitsgebot ermöglicht, empfiehlt Gravemann mit dem Buch „Die Bierkönigin von Minnesota“ von J. Ryan Stradal. Nicht nur, weil die Neusser Partnerstadt St. Paul darin vorkommt, sondern weil es von Frauen erzählt, die sich was trauen. Zum Beispiel über Bier mit Früchten nachzudenken...

Die Bierkönigin von Minnesota, 432 Seiten, 18 Euro

Für Theaterliebhaber Ein lesbares Theaterstück, wenngleich auch ungewöhnlich gedruckt, empfiehlt Olivier Garofalo mit „Wunder“ der Dramatikerin Enis Maci. „Für Frauen, die sich mit dem eigenen Körper auseinandersetzen“, sagt er zu dem in Ich-Form geschriebenen Stück. Auch der 29. Band von „Theater Theater“ gehört dazu, der gleich mehrere Stücke enthält – unter anderem auch „Vor Sonnenaufgang“ von Ewald Palmetshofer (8. 1. im RLT).  

Wunder, Suhrkamp, 114 Seite, 16 Euro sowie Theater Theater, Aktuelle Stücke 29. Fischer-Verlag, 752 Seiten, 15 Euro

Zum Mutmachen Ein Krimi über Wein und Bücher hat Carsten Henn mit „Der Buchspazierer“ geschrieben. Ein Buchhändler bringt den Menschen jene Bücher, die sie bestellt haben. Bis er diesen Job verliert und erst im Zusammentreffen mit einer Neunjährigen lernt, dass es manchmal auch Mut im Leben braucht... Gravemann findet, dass die Neunjährige sehr pfiffig sei, und sagt zudem über den kompletten Roman: „Ein Buch, das gute Laune macht.“

Der Buchspazierer, Pendo, 224 Seiten, 14 Euro

Für eine gute Freundin Als „eines der schönsten Bücher der vergangenen Jahre, die ich gelesen habe“ bezeichnet Gravemann den Roman „Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff. Er erzählt von vier Generationen einer Familie im Banat, „und ich war richtig  traurig, als ich am Ende des Buches war“, sagt Gravemann. Das „Wie“ der Autorin sei „atemberaubend schön“, sagt die Buchhändlerin und empfiehlt den Roman für „jeden, der wissen will, was das Deutschsein an Vielfalt bietet“.

Unschärfe der Welt, Klett-Cotta, 216 Seiten, 20 Euro

Für junge Leser Ein „Lieblingsbuch“ von Dorothea Gravemann ist „Hard Land“ von Benedict Wells. Sam ist 15 Jahre alt, im Alltag ein Außenseiter – bis er den Sommer mit einem Job im Kino verbringt, dabei andere kennenlernt und ebenfalls durch sie erfährt, was Gemeinschaft ist. „Herzerwärmend“, sagt Gravemann und empfiehlt den Roman auch für jene, „die einen Verlust erleiden oder erlitten haben“.

Hard Land, Diogenes, 352 Seiten, 24 Euro

Für Kunstgeschichtler und andere  Mariam Kühsel-Hussaini heißt die Autorin, die vom Kampf des Hugo von Tschudi gegen den deutschen Kaiser Wilhelm II. erzählt. Tschudi legte mit der Impressionisten-Sammlung den Grundstock der heutigen Alten Nationalgalerie in Berlin, war der Schönheit verpflichtet und litt unter einer Hautkrankheit, die sein Gesicht entstellte.

Tschudi, Rowohlt, 320 Seiten,  24 Euro

Für Perfektionisten – und Chaoten Auf sehr amüsante Weise erzählt Philipp Tingler in dem Buch „Rate, wer zum Essen bleibt“ von einem ungebetenen Besuch und den Versuchen, diesen wieder loszuwerden. „Das ist witzig geschrieben“, sagt Gravemann  – und empfiehlt Garofalo, daraus ein Theaterstück zu machen.

Rate, wer zum Essen bleibt. Kein & Aber, 208 Seiten,20 Euro