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Neuss braucht Standort für neue weitereführende Schule

Bildung : Neuss braucht Standort für eine weitere Schule

Es gibt immer mehr Schüler in Neuss. Ab 2027 braucht die Stadt eine neue weiterführende Schule. Nun beginnt die Suche nach einem Standort.

Die Schulpolitiker in Neuss haben eine lange Liste an Hausaufgaben mit ins neue Jahr genommen. Zum einen nimmt die interfraktionelle Arbeitsgruppe „Schulentwicklung Grundschulen“ ihre Arbeit auf. Marode Gebäude, unerwünschte und viel zu lang andauernde Containerlösungen und steigende Schülerzahlen machen ein Modernisierungsprogramm nötig. Zudem geht es darum, die langfristige Entwicklung der weiterführenden Schulen in den Blick zu nehmen. Laut Prognosen sorgen die steigenden Schülerzahlen in Neuss dafür, dass zum Schuljahr 2027 voraussichtlich 61 Züge gebildet werden. Zum Vergleich: Zum Schuljahr 2018/19 wurden 51 Züge gebildet. Die Schulverwaltung hat daher schon einmal bei der Politik hinterlegt, dass langfristig über den Bau einer neuen Schule nachgedacht werden müsse.

Ein solches Vorhaben bedarf jedoch Zeit und einer vorausschauenden Planung. „Wir müssen langfristig denken“, betont Stephanie Wellens, schulpolitische Sprecherin der CDU. Mit Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen müsse geschaut werden, in welchen Stadtteilen es am meisten Sinn mache, nach einem Standort für die ab 2027 benötigte neue weiterführende Schule zu suchen. Dabei gilt es, möglichst frühzeitig Vorarbeit zu leisten. „Der aktuelle Stadtrat wird die Entscheidung wohl nicht mehr treffen, aber der neue wird sich damit schon ziemlich bald nach der Wahl beschäftigen müssen“, sagt Wellens. Gewählt wird im kommenden Jahr.

Bis dahin sollen die Grundlagen geschaffen werden, damit Entscheidungen getroffen werden können. Zumal das Gebäudemanagement auch in Zukunft ausgelastet sein wird. Ralph-Erich Hildebrandt (SPD) betont, dass die neue Schule möglicherweise schon früher benötigt werde. Im Zehn-Punkte-Katalog, mit dem die weiterführenden Schulen in Neuss fit für die Zukunft gemacht werden sollen, gibt es schließlich Unwägbarkeiten. „Die Verwaltung soll zum Beispiel Optionen prüfen, die Zügigkeit der Janusz-Korczak-Gesamtschule und der Gesamtschule an der Erft zu erhöhen“, sagt Hildebrandt. „Da werden schlaue Lösungen und Kreativität gefragt sein, damit dies gelingt.“

Zwar hat die Stadt wegen der auslaufenden Sekundarschule an der Gnadentaler Allee auf Sicht sozusagen einen Standort in Reserve. Für Hildebrandt allerdings wäre das nicht die Top-Lösung. Er favorisiert einen Schulstandort rund um das Hammfeld. „Das dürfte auch von der Stadtentwicklung her Sinn machen“, meint Hildebrandt. Bei der Planung und der Standortsuche müsse schließlich beachtet werden, wo neue Wohnquartiere entstehen – und wie die Schulen im Umfeld den Bedarf an Plätzen auffangen können. „Wir wissen ja, wo die Bau- und Stadtentwicklung hingeht, das müssen wir berücksichtigen.“

Auch bei der Schulform dürfte es noch Diskussionsbedarf geben. „Jetzt darüber zu reden, wäre zu früh“, sagt Stephanie Wellens. Die SPD favorisiert eine zusätzliche Gesamtschule – und stellt sich schon mal auf lange Debatten ein.