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Neuss: Bombendrohung in Sparkasse - Polizei gibt Entwarnung

Sperrung und Evakuierung in Neuss : Polizei gibt nach Bombendrohung Entwarnung

Am Freitagnachmittag hat ein Unbekannter gedroht, in der Neusser Sparkasse eine Bombe deponiert zu haben. Das Gebäude wurde evakuiert, Straßen abgesperrt. Die Durchsuchungen verliefen ergebnislos.

Von Christoph Kleinau

Eine in der Hauptstelle der Sparkasse gefundene Bombendrohung löste am Freitagnachmittag gegen 15.15 Uhr einen Großeinsatz der Polizei aus. Das Gebäude an der Oberstraße aber auch die Hauptverwaltung der Sparkasse an der Michaelstraße sowie eine Gaststätte wurden evakuiert, die Tiefgarage des Unternehmens gesperrt. Nachdem der Gesamtkomplex von einer Hundertschaft der Polizei durchkämmt worden war und auch ein Sprengstoff-Spürhund nicht angeschlagen hatte, wurde um 18.50 Uhr Entwarnung gegeben, die Sperrung der Oberstraße, der Michaelstraße sowie sämtlicher Zuwege zwischen Markt und Zollstraße aufgehoben. Hinweise auf den oder die Täter fehlen bislang.

Es ging schon auf den Schalterschluss in der Filiale zu, als Mitarbeiter aus dem Service in dem Briefkasten an der Oberstraße zwischen Überweisungsbelegen einen Zettel fanden. In schlechtem Deutsch soll darauf gestanden haben: „Habe Bombe in Aufzug gelegt“, erinnert einer der Beteiligten den Inhalt. Das setzte ein vielfach geprobtes Verfahren in Gang. Während die Polizei alarmiert wurde, begann in den Sparkassengebäuden die Evakuierung. „Es wurde planmäßig und unverzüglich geräumt“, berichtet Unternehmenssprecher Stephan Meiser.

Sammelpunkt für die Banker war – wie im Alarmplan vorgesehen – der Grünstreifen auf der Promenade. Wie viele der rund 400 Beschäftigten dorthin ausweichen mussten, konnte Meiser nicht sagen. Etliche hatten sich schon ins Wochenende verabschiedet. Ihnen folgten rasch alle, die beim Verlassen des Arbeitsplatzes Jacke, Papiere, Schlüssel mitnehmen konnten – und kein Auto in der Tiefgarage hatten. Der Rest musste warten und bevölkerte rasch auch die Cafés auf dem Markt, wo sich diese Gruppe mit Oberstraßenanwohnern mischten, die über Stunden nicht in ihre Wohnung konnten. Dort auf dem Markt, in Sichtweite der Polizeiabsperrungen, herrschte frühsommerliche Normalität.

Am Freitagabend findet der Landesparteitag der NRW-Grünen in der Neusser Stadthalle statt. Gegen 18 Uhr wurde Bundesparteichefin Annalena Baerbock erwartet. „Wir haben keine Hinweise, dass ein Zusammenhang besteht“, sagt eine Polizeisprecherin auf Anfrage. Die Stadthalle war von der Evakuierung nicht betroffen.

In den sozialen Netzwerken und auch in den Geschäften an der Oberstraße ließ der Polizeieinsatz die Spekulationen ins Kraut schießen. Unter anderem war von einem Mann mit einer Pistole die Rede – bis frühe Veröffentlichungen von Polizei und Medien die Sachlage klärten.

Die Geschäftsführung der Sparkasse war nicht vor Ort. Man stehe in Kontakt, sagte Meiser, „es gibt aber keine Hinweise darauf, dass eine Krisensituation entstehen könnte“. Das ändert sich auch nicht, als eine Einsatz-Hundertschaft der Landespolizei anrückte. Die werde bei solchen Einsatzlagen standardmäßig in Marsch gesetzt, berichtet Polizeisprecherin Daniela Dässel. Zum Suchen wurden sie aber gebraucht, denn in den Gebäuden wurde jedes Büro, jeder Winkel kontrolliert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bombendrohung in der Neusser Innenstadt