Konzert im Neusser Zeughaus Wenn Queen auf der Blockflöte erklingt

Neuss · Bekannte Musikstücke aus der Pop- und Rockwelt gespielt auf der Blockflöte? Wie das klingt, zeigt das Blockflötenorchester der Musikschule Neuss unter der Leitung von Ralf Bienioschek. Er möchte das Image des Instruments verbessern.

 Das Blockflöten-Orchester Neuss (BON) besteht aus 36 Musikern aus der Region. Sie spielen unter der Leitung von Ralf Bienioschek.

Das Blockflöten-Orchester Neuss (BON) besteht aus 36 Musikern aus der Region. Sie spielen unter der Leitung von Ralf Bienioschek.

Foto: Jochen Rolfes

Wie klingt es, wenn 36 Blockflöten „We will rock you“ von Queen spielen? Oder Musicalsongs aus Tarzan, Dirty Dancing und ein Beatles-Stück?

Das können Neugierige beim Konzert des Blockflöten-Orchesters (BON) der Musikschule am Samstag, 16. Dezember, um 19 Uhr erfahren. Das trägt den Titel „Very British“ – denn geboten wird ein Programm, das laut Orchesterleiter Ralf Bienioschek – einen „sehr britischen Abend verspricht“. Er selbst sei ein großer Fan des „Last Night of the Proms“, ein Konzert, das in jedem Jahr den Abschluss der klassischen Sommerkonzertreihe „Proms“ in London bildet. Für die Neusser Variante, die gewissermaßen ein Pop-Pendant zum Original bildet, mussten viele Lieder erst neu arrangiert werden. Die meisten von ihnen hat Bienioschek selbst für sein Blockflötenorchester umgeschrieben. Er kenne nur wenige, die Vergleichbares machen und so hat sein Orchester einen Zulauf von Blockflötenspielern aus einem großen Einzugsgebiet: 36 Teilnehmende zählt das Orchester zur Zeit, darunter sind sowohl Profis als auch Laienspieler. „Als wir vor zwölf Jahren angefangen haben, waren wir 15“, erinnert sich Bienioschek. Und neue Mitglieder sind immer willkommen.

Der studierte Blockflötist möchte mit den Vorurteilen rund um das Instrument aufräumen: „Ich sage immer im Scherz, dass auf meinem Grabstein einmal stehen soll: ,er hat das Image der Blockflöten nachhaltig verbessert“, meint Bienioschek und lacht. Denn: „Bis 1750 war die Blockflöte ein gleichwertiges Instrument wie die Geige, auch Bach und Vivaldi haben dafür komponiert“, erzählt er. Erst im 20. Jahrhundert als auf einmal „jedes Kind“ eine Blockflöte zum Lernen bekam, hätte sich der Ruf verschlechtert.

Wenn er nun für die Blockflöte arrangiert, habe er mit mehreren Grundherausforderungen zu kämpfen: „Es ist eines der schwersten Instrumente, zumindest wenn die Töne gut klingen sollen“, sagt der Musikpädagoge. „Man braucht also zunächst überhaupt einmal gute Spieler.“ Dann müsste die Melodie so arrangiert werden, dass nicht nur die oberste Stimme, sondern etwa auch die Bassstimme gut hörbar sei. „Das menschliche Gehör nimmt am ehesten die höheren Töne auf“, erklärt er. Damit das Arrangement aber interessant für die Spieler und das Publikum bleibe, würden die Flöten in seinem Orchester mit einem Mikrofon versehen. Der Tonmeister könne dann ganz gezielt den Bass hoch ziehen und darauf achten, dass die Melodie klanglich gut gestaltet wird.

Verstärkt wird das Orchester bei seinem Auftritt von einer Band, die aus Schlagzeug, Keyboard, Gitarre und Percussion besteht. Die Subbassflöte würde hingegen den Part des E-Bassesübernehmen. Neben der Band wird das BON auch bei diesem Konzert von musikalischen Gästen unterstützt: Da wäre zum einen die Sopranistin und Gesangslehrerin an der Musikschule Neuss, Carolina Rüegg, und der Tenor Thomas Piffka, Professor an der Musikhochschule in Aachen. Neben Kompositionen aus Pop und Rock von Elgar über Abba bis zu John Miles werden an dem Abend aber auch klassische Lieder erklingen wie etwa die „Königin von Saba“ oder Mozart. Bienioschek wird auch als Moderator durch den Abend führen und die ein oder andere Anekdote zum besten geben. Der Eintritt zu dem Konzert am Samstag, 16. Dezember, im Zeughaus ist frei, Spenden sind erwünscht.

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