Entschleunigter Wochenendeinkauf Ein Herbstbummel über den Neusser Wochenmarkt

Neuss · Der Wochenmarkt auf dem Münsterplatz bietet jetzt im Herbst ein buntes Angebot an Lebensmitteln – vom Apfel bis zur Zitrone. Er hat viel Stammkundschaft und bietet Raum für eine entspannte Pause.

Neusser Wochenmarkt
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Der Neusser Wochenmarkt im Herbst

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Foto: Andreas Woitschützke

Den Wochenendeinkauf auf dem Neusser Markt am Münsterplatz erledigen – für so manchen ein lieb gewonnenes Ritual. Vertreten ist alles, was zu einer ausgewogenen Mahlzeit gehört. Hinzu kommen eine entspannte Atmosphäre, der nette Plausch mit den Marktbeschickern und der Tipp für die beste Zubereitung der gerade erstandenen Leckereien.

Das Publikum ist durchaus bunt auf dem Markt am Samstagmorgen. Junge Familien bleiben mit den Kindern vor dem Vogthaus stehen und bewundern das Schützen-Glockenspiel, während die routinierte Marktbesucherin gezielt von Stand zu Stand geht, um die Einkaufsliste abzuarbeiten. So wie Margit Barding aus Neuss ihren Eierstand ansteuert, um ein Glas Gurken und Eier einzukaufen. „Es gibt bestimmte Produkte, die kaufe ich nur auf dem Markt ein. Die Eier gehören dazu, aber auch das Brot vom Uedesheimer Bäcker, weil ich hier eine gute Qualität finde und ich mag das Flair“, erklärt sie.

Hinter dem Tresen kann Wolfram Holz bestätigen, dass er viele Stammkunden hat: „Die Kunden schätzen auch, dass wir unser Fachwissen einbringen und beraten oder manchmal auch schlicht erklären können, warum die großen Eier zurzeit nicht lieferbar sind, denn wir vermarkten von einem Erzeuger, den wir gut kennen.“

Das Angebot ist breit, Obst und Gemüse von heimischen Erzeugern, Fleisch, Käse und Wurst, können eine Mahlzeit abrunden. Feinkost kommt noch hinzu und die frische Pflanze für den Garten oder die Fensterbank sind auch drin. Der Einkauf auf dem Markt ist anders als ein oftmals hektischer Supermarktbesuch. Dazu gehört auch der Plausch.

Dreimal in der Woche steht Tulay Erbektas im Verkaufswagen der Uedesheimer Bäckerei Klein. Sie kennt ihre Kunden gut, so mancher bestellt auch Brot und Brötchen vor, wie Nadine Junkert und Thorsten Schlimer. „Es ist ein Wochenendritual für uns. Da wir es nicht immer früh zum Markt schaffen, haben wir unser Brot vorbestellt, das funktioniert gut“, erklärt Schlimer. Schon als sie auf den Verkaufswagen von Tulay Erbektas zugehen, greift sie schon unter den Tresen und hat die Bestellung parat. Eine Selbstverständlichkeit für die erfahrene Verkäuferin, auch die Frage, ob es auch für die kommende Woche bei dem Wunsch bleibt.

Um gut in das Wochenende zu starten ist ein Kaffee zwischendurch eine gute Wahl, Möglich ist das natürlich auch in den umliegenden Gastronomien am Münsterplatz oder am Kaffeemobil von Evelyn Stumpf. Sie würde sich wünschen, dass vom Hauptstraßenzug besser auf den Markt hingewiesen würde, genießt aber die entspannte Atmosphäre am Samstagmorgen. Momente, in denen es etwas ruhiger ist, nutzt sie zum Beispiel zum Gespräch mit Elisabeth von Leliwa, die gern auf den Markt geht: „Für mich ist auch gut, dass ich hier die Mengen einkaufen kann, die ich brauche. Ich bin Single und mit großen Verpackungen aus dem Supermarkt kaufe ich dann oft zu viel.“

Eine Adresse, an der genau das geht, ist der Stand von Jonas Schneider, Erzeuger aus Grimlinghausen, der das meiste an seinem Obst-, Gemüse- und Blumenstand selbst anbaut und fast ausschließlich direkt vermarktet. Für seine Kunden ist auch der Preis ein Faktor für die Kaufentscheidung, hier rät der erfahrene Marktbeschicker zum Griff zum saisonalen Gemüse. „Ware, die auch wir von weiter weg zukaufen müssen, hat natürlich einen etwas höheren Preis. Aber wenn man genauer hinschaut, kann man auf dem Markt auch Geld sparen, vor allem bei uns Direkterzeugern. Wir beraten auch gern“, erläutert er. Auch hier tummelt sich eine bunte Kundschaft. Man steht an, sucht sich sein Gemüse aus und mitunter gibt es von der Chefin einen Tipp für die beste Zubereitung gratis dazu.

Aber neben frischen Kartoffeln, Äpfeln und Tomaten gibt es auch das Besondere, zum Beispiel am Stand von Roy Maar. Der niederländische Ziegenbauer verarbeitet die Milch seiner Tiere selbst. Er steht seit einem halben Jahr auf dem Neusser Wochenmarkt und hat sich seine Stammkundschaft erarbeitet. „Meine Kunden legen Wert darauf zu wissen, dass wir vom Gras für die Ziegen bis zum Käse alles selbst machen“, sagt Maar.