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Neuss: Bilanz zum Bürger-Schützenfest 2022

Bilanz zum Neusser Bürger-Schützenfest : „Es wurde gefeiert wie lange nicht mehr“

Der Neusser Bürger-Schützen-Verein zieht eine positive Fest-Bilanz und sieht sich gewappnet für das Jubiläumsjahr. Dann wird der Verein 200 Jahre.

Premiere im Dorint-Hotel. Erstmals in seiner Geschichte hat der Neusser Bürger-Schützen-Verein jetzt zu einer Bilanz-Pressekonferenz geladen, um einen Blick auf die vergangenen Tage zu werfen. Positiver hätte der Rückblick von Schützenpräsident Martin Flecken dabei kaum sein können: Nach den coronabedingten Ausfällen in den vergangenen beiden Jahren sei immer wieder die Frage aufgekommen: Wird das Neusser Schützenwesen jemals wieder so sein wie zuvor? Die Antwort können die Verantwortlichen nun liefern. „Ja, und sogar noch schöner“, so der Präsident.

Flecken, der das Schützenfest bereits zum 50. Mal miterlebte: „Ich habe nicht in Erinnerung, dass die Menschen jemals derart begeistert waren. Es wurde gefeiert wie lange nicht mehr.“ Positive Aspekte wie das schöne Wetter, gut besuchte Kirmes plus Festwiese sowie glückliche Rückmeldungen aus der Gastronomie kämen hinzu. Mit dem Rückenwind können nun die Planungen für das Jubiläumsjahr beginnen. Schließlich wird der BSV im kommenden Jahr 200 Jahre alt.

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Dass die Verantwortlchen an diesem runden Geburtstag keine Pferde mehr einsetzen, ist laut Flecken kein Thema. Ein Vorfall am sonntäglchen Umzug – ein Pferd rutschte aus und kam zu Fall, Tier und Reiter blieben unverletzt – hatte die bereits lange und intensiv geführte Debatte wieder aufflammen lassen.

Schützenfest Neuss 2022: Feuerwerk zum Abschluss der Kirmes

Auch aus Sicht der Rettungsdienste verliefen die Schützenfest-Tage weitgehend aufregungslos. Die Zahlen der Un- und Notfälle, die einer Behandlung bedurften sind gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 bei den Rettungswageneinsätzen um etwa 40 Prozent gesunken und entsprechen damit in etwa den Zahlen von 2017 und 2018. Die restlichen Werte der Einsatzfahrzeuge liegen im Mittel der Vorjahre und haben sich nur geringfügig verändert, wie Dieter Guderley als Sprecher der Hilfsorganisationen jetzt mitteilte. Die Behandlungen in den Unfall-Hilfsstellen und von den Erstversorgungstrupps seien um ein Drittel niedriger als 2019 ausgefallen. Dies sei zum einen dem moderaten Wetter zu verdanken, das weniger drückend daher kam und den in geringerem Maße auftretenden Insekten. „Krampfend oder bewusstlos“, so Guderley, war die häufigste Erst- oder Rückmeldung an die Einsatzkräfte, wenn sie von Passanten oder Angehörigen angesprochen wurden. In mehreren Fällen war den Betroffenen (jeden Alters) wegen zu geringer Flüssigkeitsaufnahme schlecht geworden. Die leichten Fälle wurden mit mehreren Gläsern Wasser „geheilt“, in einigen Fällen musste allerdings eine Weiterbehandlung in der Klinik erfolgen.

Was die Ursache für die in diesem Jahr besonders häufig auftretenden Krampfanfälle war, lasse sich nicht mit Sicherheit sagen. Oft seien es Patienten mit bekanntem Krampfleiden gewesen, die betroffen waren, in zwei Fällen bei jungen Erwachsenen war es aber offensichtlich ein Erstanfall, bei dem Notarzt und Rettungswagen zum Einsatz kommen mussten und in der Klinik nun nach dem Auslöser des Notfalls gesucht wird.

Positiv: Im Gegensatz zu den Vorjahren waren nur wenige Verletzungen durch Glas zu verzeichnen, allerdings drückte sich zweimal eine Scherbe durch die Schuhsohle, einmal stürzte ein kleines Kind mit einem Glas in der Hand.

Auch die Polizei, so teilte Flecken bei der Bilanz am Dienstag mit, spricht von einem weitgehend friedlichen Fest. 41 Einsätze habe es zwischen Freitag und Mittwochmorgen gegeben. 2019 waren es im selben Zeitraum 55.