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Neuss: Bierkönig- und Farbgefühle-Festival auf der Rennbahn

Neuss feiert auf der Rennbahn : Neuss feiert an drei Tagen zwei Festivals

Freitag und Samstag Party wie am Ballermann, Sonntag dann Elektro- und Housemusik und ein buntes Farbenspektakel. 4000 Besucher tanzten beim Farbgefühle-Festival zur Musik von neun DJs.

Laut war’s am Wochenende auf der Neusser Galopprennbahn: Drei Tage in Folge fanden dort Festivals statt – der große Höhepunkt: das „Farbgefühle-Festival“ gestern Nachmittag mit rund 4000 Besuchern, die allesamt zu den Beats von neun DJs feierten und mit farbigem Pulver gefüllte Beutel zum Platzen brachten. Die Stimmung: ausgelassen. „Tolles Wetter, die Leute haben Bock, die Stimmung ist super“, brachte es Niels Thode auf den Punkt.

Der Hamburger trat gestern als „DJ Nylz“ vor den großen Haupt-Akteuren auf die Bühne, um die Besucher vorab „heiß“ zu machen, wie er sagt – also mächtig in Stimmung zu bringen. „Die Musikauswahl ist das wichtigste. Es müssen Songs mit Wiedererkennungswert sein“, sagte der 28-Jährige nach seinem Auftritt. „Das Farbgefühl-Festival kommt auch nach so vielen Jahren noch sehr gut an. Das ist beeindruckend.“

 Auch Achim Petry trat beim Bierkönig-Festival und gab die Lieder seines Vaters Wolfgang zum Besten.
Auch Achim Petry trat beim Bierkönig-Festival und gab die Lieder seines Vaters Wolfgang zum Besten. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Tatsächlich war es nicht die erste Veranstaltung dieser Art in Neuss: Jugendliche und junge Erwachsene – meist im Alter von 16 bis 25 Jahren – feierten bereits in den vergangenen Jahren ausgiebig auf der Rennbahn. Durch eine Kooperation der Veranstalter „Twinfalcon“ und „Holi Festival“ sei das komplette Event dieses Jahr deutlich größer als sonst, alleine schon aus technischer Sicht, wie Sprecherin Melanie Poschinski berichtete: „Die Bühne ist mit dem 20 Meter langen Vorsteg viel größer als sonst.“ Mit der Resonanz – immerhin 4000 Besucher aus der ganzen Region – zeigte sie sich „mehr als zufrieden“.

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Das „Farbgefühle-Festival“ steht für elektronische Musik, Mixe und bunte Farben. „Bereits zur Öffnung des Geländes um 13 Uhr gab es eine lange Schlange. Alle in weiß gekleidet – das war ein beeindruckendes Bild“, erzählt Melanie Poschinski. In weiß gekleidet kamen die meisten Besucher, damit die Farben besser sichtbar werden. Um das Pulver aus den Beuteln, die vor Ort erhältlich waren, nicht einzuatmen, trugen viele einen Mundschutz. Und dann wurde es um kurz nach 15 Uhr mit dem ersten „Big Throw“, dem „großen Wurf“ ernst: Auf Kommando des Würzburger DJs „Dropixx“ platzten Tausende Beutel gleichzeitig – und tauchten die feiernde Menge in ein buntes „Meer der Farben“. Insgesamt neun Haupt-DJs standen an den Turntables, darunter auch in der Szene bekannte Größen wie die DJs „Cuebrick“, „Moestwanted“ und „2Elements“.

Doch am Wochenende drehte sich auf der Galopprennbahn längst nicht alles um bunte Farben und elektronische Sounds: Dem „Farbgefühle-Festival“ ging ein zweitägiges „Bierkönig-Festival“ voraus, das vor allem bei denjenigen Urlaubsgefühle geweckt haben dürfte, die in den Ferien keine Möglichkeit haben, am echten „Ballermann“ anzustoßen. Während der Besucherandrang am Freitag eher mau war, füllten am Samstag doch einige Hundert das Areal, vor allem im teureren Sitzplatzbereich. Der Entertainer Peter Wackel (41), der sich selbst als Deutschlands erfolgreichsten Partymacher bezeichnet, hatte ein Großaufgebot an Schlagerstars von der Balearen-Insel mitgebracht: Oli P., Tim Toupet, Dorfrocker, Axel Fischer, Achim Petry, Willi Wedel und andere heizten die Stimmung auf der bis weit ins Publikum hineinragenden Bühne auf. Wackel zeigte sich organisatorisch top: Eine Crew von mehr als 100 Mitarbeitern sorgte für einen reibungslosen Ablauf an den Getränkezelten.

Auffallend viele Gruppen in einheitlichen T-Shirts flanierten im Sand. Auch die Mitglieder eines Delhovener Schützenvereins: David (31) fand, dass das Ganze „wie am Ballermann“ ist – abgesehen vom fehlenden Strand. Sabine (28), die mit sieben Kolleginnen aus Geilenkirchen angereist war, hatte allerdings bereits nach wenigen Stunden die Nase voll: „Fritteuse kaputt, Bier lauwarm, wir fahren nach Mönchengladbach in die Altstadt.“ Bekannte Hits deutscher Schlagerkönige mit neuen Texten und ordentlich Bass sorgten dafür, dass die Post abging. Larissa (37) aus Neuss: „Es geht um Rhythmus und Stimmung – und die ist riesig.“ Und Peter Wackel? Der war mit seinem Geschäft zufrieden.