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Neuss: Berufe am Theater - Souffleuse am RLT

Berufe am Theater : Die helfende Stimme

Svenja Dahmen arbeitet als Souffleuse am RLT. Sie ist nicht nur in den Vorstellungen, sondern schon bei den Proben zu den Stücken dabei. Und sie arbeitet an Texten mit.

Jedes Theaterstück ist mit großer Organisation und viel Aufwand verbunden. Trotzdem kommt es immer wieder zu unvorhersehbaren Fehlern und Missgeschicken – sogar mitten in der Vorstellung. Tritt dieser Fall ein, steht Svenja Dahmen bereit. Seit 2019 arbeitet die 26-Jährige als Souffleuse beim Rheinischen Landestheater. Eine ihrer Hauptaufgaben besteht darin, den Schaustellern ihren Text zuzuflüstern (aus dem Französischen: „souffler“ bedeutet flüstern, hauchen), sollten sie diesen während der Vorstellung vergessen haben. Das RLT arbeitet in der Soufflage mit zwei Kräften: Neben Dahmen ist derzeit noch Christina Schumann dabei.

„Es gehört aber noch viel mehr dazu“, erzählt Dahmen. „Während der Proben arbeite ich viel mit den Texten für das aktuelle Stück. Ich gebe Feedback, ob der Text gut ist und korrigiere Stellen, an denen es noch Verbesserungsbedarf gibt.“ In der Vorstellung sitzt die Kaarsterin meist am linken Rand der Bühne; das Publikum nimmt sie in der Regel überhaupt nicht wahr.

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Zum Einsatz kommt sie jedoch erst, wenn einer der Schausteller einen besonders starken Texthänger hat. „Als Souffleuse gebe ich meinen Kollegen eine gewisse Sicherheit. Falls etwas schief geht, wissen sie, dass sie sich auf mich verlassen können und ich ihnen zur Hilfe komme.“

Ihre Leidenschaft fürs Theater hat Svenja Dahmen schon während ihrer Studienzeit entdeckt. Die Kaarsterin studierte Medien- und Theaterwissenschaften und konnte durch mehrere Hospitanzen an deutschen Bühnen einen Einblick ins Theaterleben gewinnen. Wobei Souffleuse kein Ausbildungsberuf ist, sondern meistens von Quereinsteigern gemacht wird. Am Landestheater arbeitet Dahmen durchschnittlich 40 Stunden pro Woche und ist bei allen Proben anwesend. Diese finden morgens von 10 bis 14 Uhr und abends von 19 bis 22 Uhr statt. „Für eine Vorstellung wird meist sechs bis acht Wochen geprobt“, sagt sie.

Der Corona-Pandemie ist es geschuldet, dass in den letzten Monaten unregelmäßig bis gar nicht geprobt werden konnte. Arbeiten im Homeoffice gestaltet sich naturgemäß schwer, wenn man als Souffleuse tätig ist. „Die Situation war nicht einfach“, gesteht Dahmen. „Trotzdem konnte im Januar an zwei Stücken gearbeitet werden.“ In die Zukunft blickt die Souffleuse  dennoch optimistisch: „Wir planen natürlich weiter!“