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Neuss: "Beruf konkret" hilft Schülern, Lehrern und Eltern

„Beruf konkret“ in Neuss : Börse hilft Einsteigern bei Berufswahl

Zum 50. Mal veranstalten Arbeitsagentur und Sparkasse die Berufsorientierungsbörse „Beruf konkret“ in Neuss. Am 15. September sollen mehr als 100 Berufe vorgestellt werden. Auch Schulen wollen sich präsentieren.

Karriere-Chancen eröffnen: Darum geht es bei der Berufsorientierungsbörse „Beruf konkret“, die die Agentur für Arbeit Neuss jetzt gemeinsam mit der Sparkasse Neuss zum 50. Mal auflegt. Am 15. September sollen in den Räumen der Bank an der Michaelstraße 65 in der Neusser Innenstadt mehr als 100 Berufe vorgestellt werden. „Wir rechnen mit 2500 Besuchern“, sagt Petra Koch. Sie ist Sprecherin der Agentur für Arbeit und betont die „gute Zusammenarbeit mit der Sparkasse Neuss“.

Genau 50 Jahre „Beruf konkret“: Das Jubiläum beweist auch den Erfolg des Modells. Inzwischen ist die Börse zur größten ihrer Art im Rhein-Kreis Neuss gewachsen. Petra Kern: „Vertreten sind dort mehr als 60 Unternehmen und Hochschulen.“ Erfolgreich ist die Veranstaltung wohl auch deshalb, weil sie jungen Menschen Orientierung zur Berufswahl „vor Ort“ gibt, sie erste Kontakte mit potenziellen Arbeitgebern knüpfen und sich leicht einen Überblick verschaffen können.

Viele Betriebe und Einrichtungen sind auf der Suche nach Fachkräften. „Die ultimative Strategie dazu: die eigene Ausbildung. Wir möchten mit der Börse die beruflichen Perspektiven für junge Menschen in möglichst vielen Berufsfeldern aufzeigen, so dass sie sich gemeinsam mit ihren Eltern ein umfassendes Bild machen und im Anschluss entscheiden können“, sagt Wolfgang Draeger, operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur Mönchengladbach, die auch für den Rhein-Kreis Neuss zuständig ist.

Der Teamleiter Berufsberatung der Agentur in Neuss, Martin Engwicht, spricht von einer „Win-Win-Situation“ für junge Menschen und Unternehmen. „Auf kaum einer Ausbildungsmesse können sich Berufseinsteiger so komprimiert und vielseitig zugleich zu verschiedenen Berufen und zu Studiengängen informieren.“

Petra Kern von der Arbeitsagentur hat einen Überblick über die Berufe, die momentan bei jungen Menschen besonders gefragt sind. So haben sich bei der Berufsberatung sehr viele junge Menschen für den Beruf des „Kaufmanns für Büromanagement“ gemeldet, aber auch für den „Kaufmann im Einzelhandel“, den „Automobilkaufmann“, den „Industriekaufmann“ oder den „Medizinischen Fachangestellten“.

Gerade kaufmännische Berufe sind in der Liste der beliebtesten Berufe stark vertreten. Wie Kern berichtet, gibt es derzeit im Rhein-Kreis Neuss noch viele offene Ausbildungsstellen: 751 sind es an der Zahl. Die meisten entfallen auf Berufe wie „Verkäufer“, „Chemikant“, „Fachkraft für Lager und Logistik“ oder „Mechatroniker“. „Sorge bereitet uns die immer noch steigende Neigung vieler junger Menschen zum Studieren. Oft blenden sie Chancen aus, die sich durch ein duales Studium und die anschließenden Aufbaumöglichkeiten ergeben“, sagt Petra Kern. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass Bewerber offen für Alternativen sind, „um ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu vergrößern“. Sie betont zudem, dass angehende Azubis bei ihren Bewerbungsbemühungen nicht nachlassen sollten.

Viele Unternehmen haben derweil große Schwierigkeiten, Auszubildende für ihre Stellen zu finden – oft sind es technische Berufe, auf die sich nur sehr wenige Bewerber melden. Berufseinsteiger dürften dort entsprechend gute Chancen haben.