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Neuss: Beratungsstelle gibt Verbrauchern Tipps in Corona-Zeiten

Beratungsstelle Neuss : Verbrauchertipps in Zeiten von Corona

Die Beratungsstelle in Neuss sieht sich seit Beginn der Pandemie mit neuen Fragen konfrontiert und hat die Beratungsmöglichkeiten angepasst. Die Leiterin Dorothea Khairat ist zufrieden.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellt unsere Gesellschaft immer wieder vor neue Probleme und Herausforderungen. Themen und Fragen werden plötzlich relevant, die bis dato kaum Beachtung fanden. Das erkennt auch Dorothea Khairat in ihrer täglichen Arbeit. Sie leitet die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Neuss.

„Unsere Arbeit hat sich durch Corona schon merklich verändert“, sagt Khairat. Mitte März wurde die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale wie viele andere Einrichtungen für persönliche Besuche geschlossen, stattdessen wurde eine kostenfreie telefonische Erstberatung eingerichtet. Das kommt bei den Verbrauchern gut an, vor allem, weil nicht bei allen Anliegen zwingend Unterlagen und Dokumente begutachtet werden müssen. Daher haben die telefonischen Anfragen stark zugenommen. „Viele Menschen haben uns kontaktiert, weil sie individuelle Fragen zu Pauschalreisen, Fitnessstudios oder Veranstaltungen haben“, sagt Khairat. Diese lassen sich telefonisch gut beantworten.

Inzwischen bietet die Beratungsstelle aber auch wieder Termine vor Ort an. „Das ist besonders für diejenigen wichtig, die technisch nicht so versiert sind und deswegen nicht auf andere Kommunikationswege zurückgreifen können“, erläutert Khairat. Und nicht alle Fragen und Anliegen lassen sich in einem Telefonat klären. So ist bei Rechtsvertretungen in der Regel ein persönlicher Termin nötig.

Trotz dieser Möglichkeit ist es nicht so wie vor der Pandemie. Momentan kann keine Wartezone eingerichtet werden, weshalb die Verbraucher nur einzeln die Beratungsstelle betreten können. Auch wird bei der Terminvergabe deutlich großzügiger geplant als vorher, weil zwischendurch Zeiten für das Lüften der Räume mit eingeplant werden müssen. „Wir müssen uns da an die Hygienebestimmungen halten“, sagt Khairat: „Das ist ja nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für unsere Mitarbeiter wichtig.“ Mit der Umsetzung in den vergangenen Tagen ist die Leiterin insgesamt allerdings zufrieden: „Das klappt bisher ganz gut.“

Für die Mitarbeiter ändert sich in der täglichen Arbeit zudem, dass sie sich vielen neuen Fragestellungen gegenüber sehen. So ergeben sich neue Rechtsthemen, zu denen es noch keine vergleichbaren Gerichtsurteile gibt. „Die Informationen, die wir von der Politik erhalten, müssen wir gut und zügig verarbeiten, um den Verbrauchern bestmöglich helfen zu können. Es ist eine herausfordernde Zeit für uns alle, aber gleichzeitig auch eine spannende“, sagt Khairat.

In den vergangenen Tagen hat die Verbraucherberatungsstelle in Neuss ihren Rückblick auf das Jahr 2019 veröffentlicht. Zentrale Themen, mit denen sich die Beratungsstelle quasi täglich konfrontiert sah, waren intransparente Rechnungen, Abo-Fallen und unberechtigte Forderungen. So sollte beispielsweise eine Verbraucherin aus Neuss über 2000 Euro für untergeschobene Handyverträge zahlen. Sie war kurz davor, der Forderung nachzukommen, mit Hilfe der Beratungsstelle gelang es aber, die Verträge aufzulösen und die Rechnungssumme auf 850 Euro zu reduzieren. Zudem blickt die Beratungsstelle auf erfolgreiche Kampagnen zu den Themenkomplexen nachhaltiger Konsum, Klimaschutz, Notdienst-Ärger und Datenklau zurück.