Neuss bekommt ein Hotel der Gruppe B&B

Erste Arbeiten auf dem ehemaligen Pierburg-Areal: Baubeginn für ein neues Hotel in Neuss

Die Düsseldorfer Bema-Gruppe errichtet auf dem ehemaligen Pierburg-Firmengelände ein neues Hotel und plant daneben schon einen Bürokomplex. Über die Entwicklung der Restfläche streiten Stadt und Investor noch.

Die Bagger sind zurück auf dem ehemaligen Pierburg-Firmengelände an der Düsseldorfer Straße. Doch nachdem sie zuletzt über Monate nur für Abbrucharbeiten der alten Fertigungshallen benutzt worden waren, sind sie nun Instrumente des Neuaufbaus. Im Auftrag der Düsseldorfer Bema-Gruppe errichtet die Firma „LIST Bau Rhein Main“ als Generalunternehmen an der Stadtgrenze zu Düsseldorf ein fünfgeschossiges Hotel. Schon im Frühsommer 2019 soll es fertiggestellt sein.

Die Baugenehmigung für das Hotel hatte die Stadt im April erteilt, kurz nachdem sie das Bebauungsplanverfahren für die 5,3 Hektar große Industriebrache per Veränderungssperre gestoppt hatte. Dieser Streit ist auch noch nicht ausgestanden. Trotzdem gab die Stadt grünes Licht für den Hotelkomplex auf einer 1634 Quadratmeter großen Teilfläche, weil, wie Planungsdezernent Christoph Hölters erklärt, es sich bei dem Hotel um eine gewerbliche Nutzung handelt, die im Bebauungsplan so vorgesehen war. Das heißt: Ein Hotel passt ins Konzept – so oder so. „Für uns stellt der Bau des neuen Hotels die perfekte Ergänzung zum Gesamtkonzept des Stadtquartiers dar“, sagt Bema-Projektmanager Maurice Lierschaft.

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Das gilt übrigens aus Sicht der Stadt auch für einen Büro-Komplex, den Bema schon als zweiten Schritt plant. Die Stadt und der Projektentwickler würden bereits nach geeigneten Nutzern suchen, sagt Hölters, der mit diesem Projekt in der Tasche Anfang Oktober zur Gewerbe-Immobilienmesse „Expo“ nach München reisen wird.

Stadt und Investor werden danach die Restfläche entwickeln. Daran hat die Veränderungssperre nichts geändert, die verhängt worden war, weil Bema die noch verbliebenen Pierburg-Hallen abreißen wollte – deren Erhalt aber verabredet und Teil des städtebaulichen Ideenwettbewerbs war. Mit der städtischen Vollbremsung erlosch aber die schon positiv beschiedene Bauvoranfrage für rund 40 Prozent der Fläche. Damit es dort weiter geht, soll ein städtebaulicher Vertrag mit klaren Zielen geschlossen werden. Vorher aber werden noch Gutachten zur Lärm- und Geruchssituation in der Nähe der Hafenindustrie angestellt und auch die Entwicklungsperspektiven der Firmen dort herausgearbeitet. So wurde es nach dem Stopp im März auch mit den IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein verabredet, die große Bedenken gegen Wohnhäuser auf dem Pierburg-Areal vortrugen. Damit wäre ein (neuer) Rahmen geschaffen, der schnelles Handeln ermöglicht und am Ende nicht den Zielen des Bebauungsplans zuwiderläuft.

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