Neuss: Beirat Hammfeld diskutiert Ideen zum Wendersplatz

Neuss drängt an den Rhein: Ideen für den Wendersplatz gesucht

Im nicht-öffentlich tagenden „Beirat Hammfeld“ wurden Ideen vorgestellt, wie die Verbindung zum Rhein gelingen kann. Dem Wendersplatz kommt eine Schlüsselfunktion zu – und die Hammer Landstraße wird zur Herausforderung.

Die Zeit ist reif für eine städtebauliche Lösung für den Wendersplatz. Dieser Überzeugung ist Professor Kunibert Wachten, Leiter des Instituts für Städtebau und Landesplanung der RWTH Aachen. Die dringende Empfehlung, zeitnah über den Platz am östlichen Innenstadtrand nachzudenken, verbindet der Leiter einer Planungsgesellschaft mit einer Feststellung und einer Frage. Der Schlüssel, um das Potenzial des Rheinvorlandes auszuschöpfen, liege in der Frage, stellt Wachten fest, „wie man mit dem Wendersplatz umgeht“. Und er fragt: „Ist es noch zeitgemäß, in Citynähe kostenfrei parken zu lassen?“

Empfehlung, Feststellung und Frage haben Wachten und einige Kollegen bereits in einem Fachgespräch Bürgermeister Reiner Breuer vorgestellt. Der Beirat Hammfeld unter dem Vorsitz von Karl-Heinz Baum (CDU) kennt diese Ansichten ebenfalls, dem Planungsausschuss sollen sie in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 20. Juni, in einem kurzen Bericht der Verwaltung vorgestellt werden. Denn die greift den Impuls auf. Zum Wendersplatz will die Verwaltung eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag geben, bestätigt Planungsdezernent Christoph Hölters.

Nach mehreren Anläufen, in denen das Areal zwischen der Altstadtkante und dem Rhein in den Blick genommen wurde, soll es also nun ernst werden. Die Verkehrsfrage ist dabei nur ein Punkt, zu dessen Klärung der Bürgermeister Arbeitsaufträge formuliert hat. Sie soll Hinweise darauf geben, wie man den Übergang vom Markt zum Wendersplatz hinbekommen kann, berichtet Hölters. Und was ein Blickfang dabei sein könnte.

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Doch die Planer greifen weiter aus. „Wie kann man die Hammer Landstraße so aufwerten, dass sie ein Rückgrat in diesem vielgestaltigen Raum sein kann?“, fasst Wachten einen zweiten Arbeitsauftrag zusammen. Beide Punkte sind Teil einer Betrachtung des Korridors zwischen Kernstadt und Rhein. Diesen möchte Hölters von der Hammer Landstraße bis zur Stresemannallee verbreitern – unter Einschluss von Rennbahn, Kirmesplatz, Hammfeld und Rheinparkcenter. Für die Gestaltung dieses Raumes werde es ein Werkstattverfahren geben – unter Einschluss von Immobilien-Experten, sagt Hölters. Und Wachten ergänzt erläuternd: „Der Druck auf  Immobilien in Agglomerationszentren ist so groß, dass man sie nicht verscherbeln muss.“

Eine heiße Debatte ist zu erwarten, wenn das Thema Wendersplatz aufgerufen wird. Das zeigten schon vor Jahren die Diskussionen um einen Bürohausneubau für die Creditreform dort. Parken in Citynähe war damals nur eine von mehreren Funktionen, die dem Wendersplatz zugewiesen wurde.

Mindestens genauso anspruchsvoll aber ist die Aufwertung der Hammer Landstraße. Auf deren Südseite gibt es zwischen Wendersplatz und Rheinparkcenter „Null Adresse“, wie Wachten feststellt – und damit nichts, was den Weg dorthin lohnen würde. Für Wachten, der im Beirat Hammfeld mitarbeitet und den Unterausschuss Mobilität moderiert, steht deshalb fest: „Es wird notwendig sein, einen öffentlichen Raum zu gestalten, der in sich attraktiv ist“ – unabhängig davon, was an diesen Raum angrenzt. Zur „Ödnes“ der Südseite kommt eine Nordseite, die, so Wachten, „auch nicht viel besser aussieht“. Dort allerdings gebe es zwischen Langemarckstraße und Willy-Brandt-Ring einen Grünstreifen, aus dem man etwas machen könne. Und Hölters ergänzt: „Auf dem Weg zum Rhein muss es auch Attraktionen geben.“

(-nau)
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