Neuss: Beim Straßenverkehr warten viele Baustellen

Straßenverkehr in Neuss: Viele Baustellen beim Thema Verkehr

Baustellen und Staus prägen Neuss. Logistik-Experte Thomas Klann (CDU) ist überzeugt: Wer eine dauerhafte Entlastung will, der muss jetzt die Basis für eine intelligente und innovative Verkehrslenkung schaffen.

Es gibt nur wenige Dinge, über die man sich morgens so sehr ärgern kann wie über Staus an Baustellen. Die Stadt Neuss macht es den Verkehrsteilnehmern dabei nicht leicht: Wird irgendwo eine Baustelle geschlossen, wird andernorts – gefühlt – wieder eine Straße aufgerissen. Mitunter erweckt es den Anschein, als strebe Neuss danach, als Stadt mit den meisten innerstädtischen Baustellen ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Aber das, was im Zuge der großen Kanalerneuerungen geschieht, ist im Grunde nur ein Vorgeschmack.

Neuss hat beim Verkehr noch viele Baustellen. Und es mangelt an Lösungen für die Anforderungen der Zukunft. In diese Richtung argumentiert Thomas Klann. Der Logistik-Experte, der als Mitglied des Vorstandes der CDU Neuss kommunalpolitisch aktiv ist und der Kommission Energie, Umwelt, Bau und Verkehr des Bundesverbandes der Mittelstandsvereinigung (MIT) der CDU angehört, hat das Mobilitätskonzept der Neusser Christdemokraten maßgeblich mitgestaltet. Darin werden Ideen für ein Verkehrskonzept der Zukunft gebündelt. Und das, so Klann, braucht die Stadt dringend. „Die heutige lokale Verkehrspolitik führt langfristig zu noch mehr Belastungen für die Bürger, da diese Politik jetzt nicht bereits die Basis für eine intelligente sowie innovative Verkehrslenkung setzt“, erklärt Klann. „Wir müssen raus aus der Gedankenwelt der letzten 30 Jahre und mittel- und langfristig denken und planen.“

  • Neuss : Drohnen im Verkehrskonzept der Zukunft

Das bedarf der entsprechenden Ressourcen. Das bedeutet laut Klann: mehr Ingenieure, Verkehrsexperten und Geld, das investiert werden kann. „Wir müssen konzeptionell und in Projekten arbeiten, um Neuss für die Zukunft zu rüsten“, betont Klann. Er denke jetzt schon mit Sorge an das Ferienende und den anstehenden Herbstverkehr. „Die Stadt Neuss braucht Investitionen in intelligente Verkehrssysteme“, sagt er. Ziel müsse eine Entlastung sein. „Eine weitere wichtige Baustelle muss meines Erachtens im Hinblick von Smart-Traffic-Lösungen eröffnet werden.“ Der Individualverkehr soll über ein Induktions- und Sensorennetz gemessen und gesteuert werden, auch relevante Wetter- und Verkehrsinformationen sollen einfließen und Umweltdaten erfasst werden. Für all diese Daten muss aber auch die Infrastruktur stimmen. Die Politik hat das Ziel ausgegeben, dass Neuss zur Glasfaser-City werden soll. Und die Stadtwerke sowie die Infrastruktur Neuss nutzen ihre Baustellen schon jetzt, um das Morgen mitzudenken. „Überall dort, wo es technisch möglich ist, werden Leerrohre mitverlegt, die in Zukunft für Glasfaser verwendet werden können“, sagte Stadtwerke-Vorstand Ekkehard Boden bei der jüngsten Verwaltungsratssitzung der Infrastruktur Neuss.

Dass die Wirtschaftsförderung sich verstärkt darum bemüht, Neuss als Standort für Startups interessanter zu machen, sieht Klann zudem als eine Chance mit Blick auf den Verkehr der Zukunft. Startups könnten eingebunden werden und innovative Ideen entwickelt werden. Auch eine Teststrecke für autonomes Fahren regt Klann an. Zum Beispiel könnte die rund 20 Kilometer lange Teststrecke, die vom Kreuz Meerbusch über das Kaarster Kreuz bis nach Düsseldorf führt, auf Neuss erweitert werden. „Warum nicht? Technisch ist das möglich“, betont Klann.

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