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Neuss: Neuss beim Ganztag weit vorn

Neuss : Neuss beim Ganztag weit vorn

Die Stadt weist im Grundschulbereich eine so hohe Betreuungsquote auf wie kaum eine andere Stadt in NRW. Fast 40 Prozent der Fünfklässler sind in einer Ganztagsbetreuung untergebracht.

Wenn es um die Ganztagsbetreuung von Schulkindern geht, steht die Stadt Neuss ganz weit vorne. Kaum eine andere Stadt in Nordrhein-Westfalen hat die Betreuung im Grundschulbereich derart konsequent vorangetrieben. Die Landesquote von 25 Prozent ist längst überschritten, laut Schulverwaltungsamt liegt die Teilnehmerquote in dieser Altersklasse in Neuss bei 48 Prozent. Zum Vergleich: in Krefeld beträgt sie nur 32 Prozent. Aber auch in den anderen Schulformen hat sich die Ganztagsbetreuung stark entwickelt und wird immer mehr angeboten.

Als die NRW-Landesregierung die Einführung der Offenen Ganztagsschule forcierte und für die notwendigen baulichen Veränderungen erhebliche Finanzmittel bereit stellte, griff die Stadt – nach anfänglichem Zögern in der Politik – kräftig zu. Mit dem Ergebnis, dass es die OGS inzwischen an allen 25 Grundschulen gibt. Die Teilnehmerquote schwankt von Schule zu Schule erheblich: zwischen 34 Prozent an der Gebrüder-Grimm-Schule in Erfttal und 80 Prozent an der Barbaraschule. An den Grundschulen wird ferner auch die "verlässliche Grundschule (früher "8-13") angeboten, wodurch sie die Betreuungsquote erhöht. Eine reine Ganztags-Grundschule gibt es in Neuss allerdings nicht.

Bei den Fünftklässlern liegt die Quote der Teilnehmer an Ganztagsangeboten bei 39 Prozent (Krefeld 48 Prozent). "Hinzugerechnet werden müssen aber auch die Ganztagsangebote, die die Halbtagsschulen unterbreiten, ebenso das Modell des flexiblen Ganztags am Gymnasium Norf", sagt Johannes Bienefeld aus dem Schulverwaltungsamt. Diese Angebot ähneln recht stark denen des regulären Ganztags. Von Schulform zu Schulform sind die Teilnehmerquoten sehr unterschiedlich: An den Hauptschulen liegt sie bei 37 Prozent. Dieser Wert wird sich durch die Auflösung der Ganztagshauptschule Weißenberg künftig verschlechtern. Dort gibt es schon seit denSiebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Ganztag.

An Realschulen sind vier von zehn Schülern im Ganztag angemeldet, die Realschule Südstadt hat vor kurzem den gebundenen Ganztag für die Klassen fünf und sechs einrichten können, der in Norf schon seit Jahrzehnten existiert. Die Quote an den städtischen Gymnasien ist mit 16 Prozent noch relativ gering. Das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium hat als erstes 2009 für die Klassen fünf und sechs den gebundenen Ganztag eingeführt. Laut Bienefeld müssen gemäß eines neuen Ganztags-Erlasses auch gebundene Ganztagsschulen weitere Angebote vorhalten. Inzwischen haben viele Siebt- und Achtklässler an Gymnasien durch zwei lange Schultage ein "Ganztags-Gefühl", nehmen auch in der Schule ihr Mittagessen ein.

(NGZ)