Neuss: Ausbau der Gesamtschule Norf wird deutlich teurer

Baumaßnahme an der Gesamtschule Norf wird teurer als geplant : Schul-Ausbau kostet drei Millionen mehr

Um- und Ausbau der Gesamtschule Norf sollen 17,1 Millionen Euro statt der zunächst kalkulierten 14,1 Millionen kosten. Das Thema kommt am Dienstag in den Finanzausschuss – als Dringlichkeitsentscheidung.

Wenn eine Privatperson ein Haus baut und die Kosten plötzlich um 18 Prozent nach oben gehen, dann stellt ihn das vor ernsthafte Probleme. Hätte er zum Beispiel mit 400.000 Euro kalkuliert und müsste stattdessen 472.000 Euro zahlen, müsste er sich vermutlich ganz schön strecken und den Gürtel an anderer Stelle enger schnallen. Und er wird er alles tun, damit es nicht soweit kommt. Wenn die öffentliche Hand baut, sind Kostensteigerungen allerdings keine Seltenheit. In der nächsten Sitzung des Finanzausschusses kommt am Dienstag – das Gremium tagt ab 17 Uhr im Ratssaal – eine Dringlichkeitsentscheidung zur Gesamtschule Norf auf den Tisch. Aufgrund der laut Verwaltung „fortgeschriebenen Kostenschätzung“ und der „aktualisierten Zeitschiene“ mit avisierter Fertigstellung im Frühjahr 2020 erhöhen sich die Kosten für den geplanten Neu- und Umbau von 14,1 auf 17,1 Millionen Euro.

Die Politik wird diese Kröte wohl schlucken müssen. „Uns fehlt die Alternative“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Arno Jansen. Ähnlich argumentiert Jörg Geerlings (CDU), Vorsitzender des Finanzausschusses: „Es ist bedauerlich, aber leider generell zu verzeichnen, dass die Baukosten steigen. Und bei der Gesamtschule Norf haben wir nun eben auch eine gewisse Dringlichkeit.“ Denn die Gesamtschule Norf ist im Aufbau und soll künftig mit sechs Klassenzügen in der Sekundarstufe I geführt werden, hinzu kommen drei Klassenzüge in der Sekundarstufe II. Das erfordert die Errichtung eines dreigeschossigen Erweiterungsbaus sowie Umbaumaßnahmen im Bestandsgebäude, und der Zeitplan ist eng gesteckt. Damit die Maßnahme zum Schuljahr 2020/21 fertiggestellt werden kann, muss der Baubeginn laut GMN spätestens im ersten Quartal 2019 erfolgen. Der Bauantrag müsse daher rasch eingereicht und die Ausschreibung der Hauptgewerke zügig erfolgen. Wie eilig es ist, zeigt die Vorlage für die Finanzausschuss-Sitzung. Dort ist noch von einer Einreichung des Bauantrags vor den Sommerferien 2018 die Rede – dieses Zeitfenster ist bereits geschlossen. Die Baumaßnahme wird daher als „terminkritisch“ eingestuft.

Das GMN erklärt die Kostensteigerung von drei Millionen Euro einerseits damit, dass externe Fachplaner eine Vergrößerung des Bauvolumens um rund 4500 Kubikmeter zur Unterbringung der Lüftungstechnik im Kellergeschoss als erforderlich ansehen. Zudem hätte die Kalkulation – der ursprüngliche Kostenrahmen stammt aus dem Dezember 2016 – an den aktuellen Baukostenindex angepasst werden müssen. Das Ergebnis: Stand Juli 2018 müsse mit Mehrkosten von 2,9 Millionen Euro für die Gebäude sowie 100.000 Euro für das Außengelände gerechnet werden.„Es ist ärgerlich, wenn die Kosten wegrennen. Aber manche Dinge hat man auch nicht in der Hand“, sagt Arno Jansen. Das GMN nimmt er aufgrund der Personalsituation durchaus aus der Schusslinie und teilt gegen die CDU aus. Es sei schwierig genug, geeignetes Personal zur Verstärkung zu finden. Da sei es nicht förderlich gewesen, dass der designierte GMN-Betriebsleiter Christian Stähler, der zum 1. Oktober ins Rathaus hätte wechseln sollen, der Stadt abgesagt und dies mit fehlender Rückendeckung insbesondere der Christdemokraten bei der Abstimmung im Rat begründet hatte. Die CDU hat die Kritik, dies sei politisch motiviert gewesen, zurückgewiesen.