AOZ Neuss Augenoperationszentrum feiert Jubiläum

Neuss · Vor 20 Jahren nahm Andreas Kersten seine augenärztliche Tätigkeit zunächst in Räumlichkeiten im Etienne Krankenhaus in Neuss auf. Nun feiert das Augenoperationszentrum AOZ Neuss Jubiläum. Der Praxisgründer blickt zurück auf die letzten zwei Dekaden.

 Die Augenärzte Mignon Hann und Andreas Kersten in einem der drei Operationssäle im MVZ Augenärzte am JEK.

Die Augenärzte Mignon Hann und Andreas Kersten in einem der drei Operationssäle im MVZ Augenärzte am JEK.

Foto: Iris Wilcke

„Eine wohnortnahe optimale augenärztliche Versorgung für den Rhein-Kreis Neuss“ hatte Andreas Kersten sich vorgenommen, als er seine Tätigkeit 2004, aus einer Gemeinschaftspraxis mit Christoph Raddatz in Kaiserswerth heraus, in Neuss, zunächst in den Räumlichkeiten des Johanna Etienne Krankenhauses, aufnahm. „Damals gab es fast keine Möglichkeiten für Augenoperationen im gesamten Kreis, sodass ich diese Lücke füllen wollte,“ erinnert sich der promovierte Mediziner. 2006 zog er dann zunächst in die sechste Etage des Facharztzentrums neben dem Krankenhaus. Inzwischen hat er auch die siebte Etage, wo die OP-Säle sind, übernommen, die Praxisfläche somit auf knapp 800 Quadratmeter erweitert, und firmiert als Augenzentrum Neuss - MVZ am JEK (Medizinisches Versorgungszentrum am Johanna Etienne Krankenhaus).

Begonnen hatte er mit einem weiteren Kollegen und drei medizinischen Fachangestellten. „Heute behandeln wir mit zehn Ärzten und einem Team aus 60 Mitarbeitern zwischen 35.000 und 40.000 Patienten konservativ und circa 12.000 Patienten operativ pro Jahr,“ zieht Kersten Bilanz.

Rückblickend schätzt er sich glücklich, in einer Zeit tätig gewesen zu sein, in der bahnbrechende Entwicklungen in der Ophthalmologie stattfanden. „Ich brenne für die Augenheilkunde,“ so der 59-Jährige, der sich freut, dass wissenschaftliche Forschungserfolge auch unmittelbar bei den Patienten spürbar sind, da sie diese in der Sehverbesserung unmittelbar wahrnehmen.

So seien für die Operation des grauen und grünen Stars und der Behandlung der feuchten Makuladegeneration hervorragende Methoden entwickelt worden, sodass die noch vor zehn Jahren zu befürchtende Erblindung bei Glaukom und Makuladegeneration sehr unwahrscheinlich geworden sei.

„Einzig die trockene Makuladegeneration ist bisher eine Erkrankung, die wir ohnmächtig beobachten müssen,“ so der Augenarzt und erklärt: „Dabei sterben die Zellen unterhalb der Stelle des schärfsten Sehens durch einen sogenannten programmierten Zelltod ab.“ Hierzu seien aber bereits Medikamente in den USA zugelassen, sodass die große Hoffnung bestehe, dass auch diese Netzhauterkrankung bald am AOZ behandelt werden kann. Durch die gute Reputation des Augenzentrums gäbe es keine Probleme, Kollegen zu finden, und man habe bereits zehn Ärzte erfolgreich zu Facharztreife weiterbilden können.

Für das kommende Jahr plant der engagierte Mediziner ein Sabbatical: „Ich möchte mich frei vom Klinikalltag mit neuen Operationsmethoden an anderen Krankenhäusern auseinandersetzen,“ so Kersten. Zudem wird er sein ehrenamtliches Engagement vertiefen und in Kamerun an einer Klinik „Hilfe zur Selbsthilfe leisten“ und dortige Kollegen in augenchirurgischen Fähigkeiten weiterbilden, sodass das OP-Programm vor Ort erweiterte werden kann. Zudem unterstützt er seit Jahren „Mary‘s Meals“ – eine schottische Kinderhilfsorganisation, die Kindern in den ärmsten Ländern der Erde eine Schulspeisung ermöglicht, damit sie nicht aus Hunger die Bildung vernachlässigen. Und nach dem Jahr? "Nach der Auszeit hoffe ich, dass ich von meinem Team mit den frischen Inspirationen noch gebraucht werde," so Andreas Kersten.