Eingeschleppte Art Asiatische Hornisse ist in Neuss angekommen

Neuss · Sie kommt aus Südostasien und breitet sich seit einem Jahr rasant im Rheinland aus: die Asiatische Hornisse. Für die Artenvielfalt und für Honigbienen ist sie eine Gefahr. Jetzt wurde die Art auch in Neuss gesichtet.

 Die Asiatische Hornisse breitet sich auch am Niederrhein aus. Erkennbar ist sie an ihren gelben Füßen und am schwarzen Körper.

Die Asiatische Hornisse breitet sich auch am Niederrhein aus. Erkennbar ist sie an ihren gelben Füßen und am schwarzen Körper.

Foto: dpa/Axel Heimken

Sie bevorzugt Flussauen und Stadtränder als Lebensraum: die Asiatische Hornisse, wissenschaftlich Vespa velutina nigrithorax genannt. Seit 2016 steht sie auf der Liste der unerwünschten Spezies in der EU, seit dem vergangenen Jahr gibt es auch immer mehr Sichtungen im Rheinland. Für Menschen ist die Art nicht gefährlicher als andere Wespenarten. Gefährdet sind aber die einheimischen Bienenvölker, denn die eingewanderte Hornisse ernährt sich unter anderem von Wild- und Honigbienen. 2004 wurde die Art (nicht zu verwechseln mit der Asiatischen Riesenhornisse, Vespa mandarinia) erstmals in Europa festgestellt. Von der Gegend um Bordeaux breitete sie sich in den nächsten Jahren zunächst rasant in Frankreich und später auch in den Niederlanden und Belgien aus. Von dort kam sie 2020 nach NRW. Mitte Oktober wurde nun am Botanischen Garten an der Bergheimer Straße die erste Sichtung auf Neusser Stadtgebiet gemeldet.

Wer eine Asiatische Hornisse entdeckt, soll sie so schnell wie möglich – am besten mit Foto oder Video – der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises oder dem Landesumweltamt melden. Christian Monier, Imker und Wespenberater aus Arnsberg, kennt sich gut aus mit den kleinen Tierchen. Er sagt: „Die Ausbreitung komplett zu verhindern, ist nicht möglich.“ Aber wenn Imker und andere Beobachter die Art melden, könne die Ausbreitung verlangsamt werden.

Das Wichtigste für Imker sei, starke, gesunde Bienenvölker zu haben, die sich gegen die Eindringlinge im Bienenstock wehren können. „Auch einheimische Hornissen und Wespen gehen in die Bienenvölker“, erklärt Monier. Durch eine Verengung des Flugloches oder besondere Schutzgitter könne aber ein Eindringen und das Bejagen vor dem Flugloch verhindert werden. Was Monier betont: „Fallen gegen Wespen und Hornissen aufzustellen, ist in Deutschland verboten. Denn Wespen und heimische Hornissen sind geschützte Arten, und in den Fallen sterben auch Hummeln, Bienen und andere Insekten.“ Wer also die Hornisse mit den gelben Füßen und der schwarzen Brust entdeckt, soll sie den Behörden melden.

(afa)