Ausstellung in Neuss: Künstlerin zeigt gespeicherte Emotionen

Neuss · Anica Hauswald, Meisterschülerin von Herbert Brandl, stellt im Kunstraum ihre Malerei, Collagen und Druckgrafiken aus. Was es mit ihren gespeicherten Emotionen auf sich hat.

 In vielen ihrer aktuellen Arbeiten tauchen Farbschwünge auf: Anica Hauswald hat eine emotionale Verbindung zu ihren Werken.

In vielen ihrer aktuellen Arbeiten tauchen Farbschwünge auf: Anica Hauswald hat eine emotionale Verbindung zu ihren Werken.

Foto: Andreas Woitschützke

„Recordering Emotions“, gespeicherte Emotionen also, nennt die in Düsseldorf lebende Künstlerin Anica Hauswald ihre Ausstellung, die am Sonntag, 30. Januar, im Kunstraum Neuss eröffnet wird. Sie zeigt Malerei, Collagen aus Monotypien und Druckgrafiken.

Mit den Kunstfellarbeiten war Schluss, als Corona anfing, unser Leben zu bestimmen. Die 36-Jährige konnte den langwierigen Schaffensprozess einfach nicht mehr ertragen. „Corona selbst hat mich zwar beeinflusst, die Pandemie ist aber für mich kein bildwürdiges Thema“, verrät die Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf. Dem behäbigen Schaffensprozesses der Kunstfellarbeiten setzt sie die Schnelligkeit entgegen. Dass Schnelligkeit nicht mit Oberflächlichkeit gleichzusetzen ist, versteht sich für sie von selbst.

Was in vielen ihrer aktuellen Arbeiten immer wieder auftaucht, sind Farbschwünge, wie sie häufig mit dem Spachtel entstehen. Anica Hauswald greift dagegen zum Pinsel. Ihre Schwünge drücken Dynamik und Wachstum aus, die faserigen Formen erinnern an Pflanzen. Schwarz ist für die Meisterschülerin von Herbert Brandl selbstverständlich auch eine Farbe. Ihre Druckgrafiken sind der Beweis dafür, ihre Lebendigkeit leidet kaum unter der Einfarbigkeit. „Ich arbeite gerne seriell und groove mich in eine bestimmte Technik rein“, erklärt die 36-Jährige. Deep red purple I und II, Ölmalerei auf Leinwand, sind kleine Meisterwerke. Die faserigen Farbschwünge in dunklem Lila schaffen eine Räumlichkeit mit Licht und Schatten und fühlen sich in einem möglichst weißen Umfeld wohl, können so ihre ganze Pracht entfalten.

Die recht kleinformatigen Collagen aus Monotypien sprechen Menschen an, die gekonnt arrangierte Farbenkombinationen mögen, Orange, Grün und Gelb geben hier den Ton an, geordnet werden diese Bilder durch monochrome Farbbänder. „Rainbow Colors“ heißt das Gemälde mit der vollen Kraft der Regenbogenfarben. Die Künstlerin, die sehr sensibel auf Reize von außen reagiert, im Positiven wie im Negativen, malt gerne zu Musik. Ihr kritisches Auge entschied auch jetzt bei der Hängung, welche Exponate es nebeneinander aushalten, ohne „Streitgespräche“ zu führen. „Ich habe eine starke emotionale Bindung zu meinen Arbeiten“, verrät die 36-Jährige.

Info Die Ausstellung im Kunstraum Neuss, Deutsche Straße 2, wird am Sonntag, 31. Januar, um 17 Uhr mit einer Einführungsrede von Patrick Schad eröffnet.

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