Neuss: Angebliche „Selbstjustiz“ am Jröne Meerke

Naherholungsgebiet in Neuss : Angebliche „Selbstjustiz“ am Jröne Meerke

Ingeborg Arndt (Grüne) spricht von „Selbstjustiz“. Ihr liegen Hinweise auf Personen vor, die sich illegal an die Gelege der Schneegänse am Jröne Meerke herangemacht hätten, „um dafür zu sorgen, dass die keinen Nachwuchs bekommen“.

Mit dieser Nachricht überrascht sie auch die Behörden. Dem Kreis als Untere Jagdbehörde lägen diesbezüglich keine Erkenntnisse vor, sagt Pressesprecher Benjamin Josephs. Der Kreis sei auch nur als Genehmigungsbehörde beteiligt, wenn es um Abschüsse oder das Unfruchtbarmachen von Eiern gehe, sagte er. Einen Antrag dazu, so fand Jörg Geerlings heraus, der dem Bürgermeister Untätigkeit in Sachen Gänse vorwirft, wurde nicht gestellt.

Aber auch die Stadt weiß von „Selbstjustiz“ nichts. „Trotz einer hohen Kontrolldichte am Jröne Meerke konnten derartige Feststellungen nicht gemacht werden“, berichtet Stadtsprecherin Nicole Bungert. Die Diskussion über solche Übergriffe auf die Gänsepopulation, die nach Arndts Darstellung auf 70 Tiere geschrumpft ist und um die „kein großes Geschrei mehr gemacht werden muss“, ist Teilaspekt einer Debatte zur Zukunft des Naherholungsgebietes im Neusser Norden. Die hatte zuletzt die SPD mit einem Antrag neu in Schwung gebracht.

Sie will das Jröne Meerke mit Boule-Platz, Bewegungsparcours sowie einem gastronomischen Angebot oder mehr Sitzbänken aufwerten. „Das Gelände ist groß genug“, sagt Sascha Karbowiak, der diese Pläne auch nicht in Konkurrenz zu dem Wasserspielplatz sieht. Diese „wunderbare Wunschliste“, so Monika Mertens-Marl (CDU) ironisch, dreht jetzt noch einmal eine Runde durch die Gremien. Nächster Halt: der Umweltausschuss. Da müsse dann aber auch endlich mal eine Entscheidung fallen, sagt Arno Jansen (SPD).

(-nau)
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