Neuss: Andreas Pinkwart spricht bei Kongress e-NRW 2019 über Digitalisierung

Fachkongress in Neuss : NRW soll Digital-Land werden

Landesminister Andreas Pinkwart hat am Donnerstag in der Neusser Stadthalle die Fachtagung e-NRW eröffnet. Rund 600 Top-Entscheider und Teilnehmer diskutierten über die Digitalisierung und die Verwaltung der Zukunft.

Rund 600 Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung sind am Donnerstag aus ganz Nordrhein-Westfalen in die Neusser Stadthalle gekommen, um den von der Behörden-Spiegel-Gruppe organisierten Fachkongress „E-NRW“ zu besuchen. Er fand zum dritten Mal in Neuss statt, ist „damit Tradition und soll nicht mehr verändert werden“, wie Benjamin Bauer, Mitglied der Geschäftsführung der Bonner Behörden-Spiegel-Gruppe und organisatorischer Leiter der Veranstaltung, versprach. „In Neuss ist das dann nicht nur Tradition“, korrigierte der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer in seinem Grußwort, „sondern Brauchtum. Wir sind nahe daran, Weltkulturerbe zu werden.“

Die digitale Infrastruktur bringe enorme Herausforderungen mit sich, aber auch seine Verwaltung sei engagiert, um den Transformationsprozess aktiv zu gestalten. „Und wenn Ihnen das mit der Digitalisierung heute zu viel wird: Draußen gibt es noch eine analoge Welt, und es lohnt sich, Neuss zu besichtigen“, schloss der Bürgermeister mit einer Einladung an das Fachpublikum.

Der öffentliche Dienst hat in der Bundesrepublik 4,5 Millionen Beschäftigte, allein 830.000 im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. „E-Government ist die Antwort auf sich verändernde Ansprüche der Bürger und Unternehmen an die öffentliche Verwaltung als modernen und leistungsfähigen Dienstleister“, eröffnete Andreas Pinkwart (FDP) seinen Einführungsvortrag „Zukünftige IT-Strategien in Nordrhein-Westfalen“. Der Landesminister für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie gestand aber auch: „Wir sind nun nicht die, die in der Komplexität und Professionalität der Digitalisierung in den letzten 15 Jahren vorangegangen sind.“

Das soll sich mit der im April beschlossenen Digitalisierungsstrategie der Landesregierung ändern. Nur: Diese Strategie müsse kontinuierlich fortgeschrieben werden, da sich auch die Paradigmen verändern. Als Beispiele nannte Andreas Pinkwart Mobilität (autonomes Fahren), Antriebstechnologien, Lärm- und Feinstaubbelastungen vor allem in Städten. Bei aller Kritik am deutschen Behördensystem ist der Minister sicher: „Wir sind in der Lage, ehrgeizig zu entwickeln, um Digitalisierung in NRW vollkommen zu realisieren.“ Dabei wolle er auch erreichen, dass die „interne Digitalisierung“, die Kommunikation innerhalb der Verwaltung, verbessert werde und nicht nur im Verhältnis zum Bürger als Online-Dienstleister. „Die Digitalisierung wird bleiben“, schloss Andreas Pinkwart seinen Vortrag, „und nicht wie etwa eine Grippewelle Übergangserscheinung sein.“

Nur über die Intensität dieses umfassenden Kulturwandels könne es heute keine verbindlichen Aussagen geben. Beinahe im Viertelstundentakt gab es danach eine Fülle von Fachreferaten, zum Beispiel über die „kommunale IT im nächsten Jahrzehnt“ von Andreas Engel, IT-Leiter der Stadt Köln. Parallel dazu wurden in 13 Fachforen unterschiedliche Themen diskutiert. Die Kongressleitung hatte Wilfried Kruse: Er hat einige Jahre im Innenministerium NRW gearbeitet und war zudem Beigeordneter in der Stadt Neuss.

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