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Neuss: Am Samstag hat „Der Geizige“ von Molière Premiere im RLT

Premiere in Neuss : Wenn Geiz sich in die Seele frisst - Rheinische Landestheater zeigt Komödie von Molière

Am Samstag hat das Stück „Der Geizige“ von Molière seine Premiere im Rheinischen Landestheater. Die Figur des Harpagon wird von Carl-Ludwig Weinknecht verkörpert.

Der Geizige ist schon eine wunderliche Figur: Sein Geld hat er im Garten vergraben, er möchte es weder ausgeben noch gewinnbringend investieren – es geht ihm allein darum, seinen Besitz nicht zu verlieren. „Letztendlich führt der Besitz zum Untergang“, sagt Olivier Garofalo, Dramaturg am Rheinischen Landestheater.

Dort ist am Samstag die Premiere von Molières Klassiker „Der Geizige“ zu sehen – ein Stück das programmatisch kaum besser zu der aktuellen Spielzeit passen könnte: Die geht nämlich der Frage nach, wie Gold schmeckt. Und auch wenn Molières Komödie schon mehr als 300 Jahre alt ist, ist sie immer noch aktuell: „Die Strukturen von Geiz und Macht gibt es auch heute noch“, sagt Regisseur Thomas Goritzki, „jeder geizt mit etwas, sei es Geld, Zuneigung oder Treue.“ Zum ersten Mal arbeitet er am Rheinischen Landestheater, Verbindungen in die Quirinusstadt gibt es durch seinen verstorbenen Bruder Johannes Goritzki, der 1978 die Deutsche Kammerakademie gegründet hat.

„Der Geizige“ ist ein Werk mit mehreren Handlungssträngen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich Molière von anderen Stücken inspirieren ließ. Neben dem knausrigen Harpagon gibt es noch seine Kinder, die sich von dem Geld abwenden wollen, aber merken, dass es auch in ihrem Leben eine Rolle spielt. Und dann ist da noch die Liebe: Harpagons Tochter ist verliebt in Valère, doch für sie hat der Vater andere Pläne: Ohne Mitgift wurde sie dem alten Anselme versprochen. Sein Sohn hingegen möchte die besitzlose Mariane heiraten, auf die auch Harpagon ein Auge geworfen hat. Intrigen und Chaos stehen auf dem Programm.

„Die Macht des Geldes geht bis hinein in die Seele“, sagt Goritzki. Ist es unter Corona-Bedingungen für gewöhnlich schwer, Liebe oder Gewalt auf Abstand darzustellen, sei es in dem aktuellen Stück kein Problem, erzählt Thomas Goritzki. Das sei dem Bühnenbild von Heiko Mönnich zu verdanken. Es sei nicht filmisch realistisch, sondern fantasievoll und erinnere an eine Wanderbühne. Da wäre etwa eine Szene, in der Harpagon sein Haus für Freunde herrichtet. „Dafür werden Gartenstühle angeschleppt – er will schließlich nicht zu viel ausgeben“, sagt der Regisseur.

Im Anschluss an die Premiere verleiht der Verein der Freunde und Förderer seinen Förderpreis.

Info Premiere, Samstag, 26. September, 20 Uhr, im RLT-Schauspielhaus