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„Neuss am Rhein“: Rat verständigt sich auf Verfahren zur Namensänderung

„Neuss am Rhein“ : Bürgerbefragung zur Umbenennung des Städtenamens

Der Stadtrat verständigt sich auf ein Verfahren zur Namensänderung. Es ist keine direkte Abstimmung durch die Bürger über den Zusatz „am Rhein“ geplant, dennoch sollen die Neusser ihre Stimme abgeben.

Über die Erweiterung des Städtenamens Neuss um den Zusatz „am Rhein“ wird nicht durch einen Ratsbürgerentscheid direkt sondern alleine durch den Rat entschieden. Das kann aber frühestens im Oktober geschehen, weil vorab auf jeden Fall ein Votum der Bürger eingeholt werden soll. Das war allen Fraktionen wichtig, die sich auf einen Plan mit zwei Varianten verständigten. Die Umbenennung soll zum 1. Januar gelingen, setzt aber eine Dreiviertelmehrheit im Rat und eine ministerielle Genehmigung voraus.

Plan A sieht eine Bürgerbefragung vor, die zum Beispiel mit dem Termin der Bundestagswahl am 26. September verknüpft werden kann. Dieses Vorgehen war von Bürgermeister Reiner Breuer vorgeschlagen worden und gilt auch in den Fraktionen als erste Wahl. Jetzt sollen Details zum Verfahren geklärt werden. Sollten sich dabei Probleme auftun, die aktuell noch nicht absehbar sind, wäre Plan B eine von der CDU schon ins Gespräch gebrachte repräsentative Befragung. Die müsste bei einem Meinungsforschungsinstitut in Auftrag gegeben und bezahlt werden. „Bei 260.000 Euro Gesamtkosten“, hält der Fraktionsvorsitzende Sven Schümann (CDU) fest, „sind wenige tausend Euro für die Umfrage sicher gut eingesetzt“. So oder so aber werden Bürger ebenso wie Vereine und Verbände auch die Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen.

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Eine Folge der Namensänderung für die Stadt wäre vor allem, dass die Ortstafeln geändert werden müssen. Aber auch das städtische Siegel wäre anzupassen, ebenso Briefköpfe, Internetauftritt, Satzungen und, und, und. Kurz: Alles, was zur „Corporate Identity“, also dem äußeren Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit zählt. Weil das 2021 ohnehin überarbeitet werden sollte, stehen im Etat schon 260.000 Euro zur Verfügung, die für die Umbenennung verwendet werden könnten. Zur Höhe der tatsächlich entstehenden Kosten liegt noch keine Kalkulation vor.

Neben einem Bürgervotum setzt zumindest die CDU eine Bewertung der Frage durch das Stadtarchiv als obligatorisch voraus. Die wird positiv ausfallen, wie eine erste Äußerung von Archivleiter Jens Metzdorf ahnen lässt: „Aus meiner Sicht ist das eine gut begründete, klare und starke Marke.“ Diese unterstreiche die Bedeutung des Rheins in der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Stadt. Schließlich seien, merkt er an, Entstehung, Wandel und Wachstum von Neuss untrennbar mit dem Rhein verbunden.

Das kann Arno Jansen für die SPD nur unterstreichen und fügt hinzu: „Gemeinsam arbeiten wir unter dem Motto ,Neuss an den Rhein’ an der Öffnung der Stadt zum Rhein – beispielsweise mit der Entwicklung am Hafenkopf, am Wendersplatz oder der Schaffung eines Boulevards an der Hammer Landstraße.“ Diese Öffnung im Stadtnamen auszudrücken, nennt er „nur folgerichtig“.

Vincent Cziesla (Linke) nennt noch ein Argument. Neuss hätte noch mehr Grund, seine Kreiszugehörigkeit zu verschweigen. „Neuss am Rhein im Rhein-Kreis Neuss klingt ja irgendwie doof.“