Neuss Als die Kunst nach Schloss Dyck kam - zum 20-Jährigen der Stiftung

20 Jahre Stiftung Schloss Dyck : Als die Kunst nach Schloss Dyck kam

Vor 20 Jahren wurde die Stiftung Schloss Dyck gegründet. Schon bald gab es die erste Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst.

Keine Frage, Schloss Dyck hat sich langsam, aber stetig in den 20 Jahren des Bestehens seiner Stiftung zu einem Kleinod entwickelt. Zahlreiche Besucher genießen nicht nur jedes Jahr die Spaziergänge durch den Park und die Besichtigung des Schlosses, sondern auch die zahlreichen Feste und Konzerte. Nur die bildende Kunst ist auf der Strecke geblieben.

Dabei war die Stiftung Schloss Dyck mal mit großen Ansprüchen gestartet, mussten diese zwar erst im Kreis durchgesetzt werden, aber kein Geringener als Jan Hoet, der 2014 verstorbene belgische Kunsthistoriker und Kurator, war der erste, der für Schloss Dyck eine Ausstellung konzipierte, in der zeitgenössische Künstler sich mit den Räumen im Hochschloss auseinandersetzten. Hoet, damals noch Chef des renommierten MARTa Herford, ein Museum für zeitgenössische Kunst und Design, lud 2003 zehn Künstler ein, zehn Räume zu gestalteten. Rund drei Jahre war die Kunst einer Katharina Grosse, eines Tobias Rehberger oder Jannis Kounellis dort zu sehen. Nur zwei blieben länger: die „Elstern“ im Treppenhaus von Haim Steinbach und eine 14 Meter lange Neonschrift im Flur von Joseph Kosuth.

Zwei weitere Jahre herrschte Ruhe – bis 2008 die (heute wieder zerschlagene) Sammlung Rheingold das Schloss für Ausstellungen entdeckte und die nächsten fünf Jahre belegte. Wobei dafür immer wieder andere Kuratoren dazu geholt wurden. „Paradies und zurück“ hieß die erste Ausstellung passenderweise, denn tatsächlich fand Kurator Veit Loers, (1995 bis 2003 Direktor am Museum Abteiberg, damals auch Mitglied im Beirat der Sammlung Rheingold), wirklich paradiesische Zustände vor, denn die zeitgenössische Kunst der Sammlung ging wahrlich eine „Vermählung“ (unter Kurator Kay Heymer) mit Schloss Dyck ein, wie sich das in einem späteren Ausstellungstitel (von 2009) spiegelte. Auch wenn damit vielleicht mehr die Sammlung Speck gemeint war, die zusammen mit Exponaten der Sammlung Rheingold die Schau bestimmte.

Jedes Jahr wurde eine neue Ausstellung aus der Sammlung konzipiert. „Was tun? Was geschieht?“ lautete das Motto 2010 und wieder passenderweise „Vollendet das ewige Werk“ in 2011. Und dann? Dann kam nichts mehr.

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