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Neuss: Akademie-Absolventin Lukrezia Krämer stellt im Kunstraum aus

Kunstraum Neuss : Auf einen Natur-Spaziergang durch den Kunstraum

Akademie-Absolventin Lukrezia Krämer malt Landschaftsbilder. Ihre Schau „Wenn der Wind den Regen holt“ ist bis zum 1. November zu sehen.

Am liebsten malt sie Landschaften: Einige hat Lukrezia Krämer selbst gesehen, andere hat sie in ihrem Atelier imaginiert und dann auf die Leinwand gebracht. „Mir geht es um die Atmosphäre, das Gefühl, das die Landschaft vermittelt“, erklärt die 27-jährige.

Im vergangenen Jahr hat sie ihren Abschluss an der Kunstakademie in Düsseldorf gemacht, nun sind einige ihrer Arbeiten im Kunstraum Neuss zu sehen. Der Verein der Freunde und Förderer des Museums Kunstraum Neuss organisiert mehrere Ausstellungen pro Jahr und möchte besonders junge, noch unbekannte Künstler fördern.

Wer die Schau von Lukrezia Krämer betritt, fühlt sich, als würde er einen Spaziergang machen: Es geht vorbei an Waldlichtungen, weitläufigen Feldern oder sintflutartige Naturschauspielen.

Die Motive passen gut in die aktuelle Corona-Zeit, in der viele Menschen die Natur, das Wandern und Spazierengehen wiederentdecken. „Die Natursehnsucht wird stärker“, sagt auch Lukrezia Krämer, „der Mensch kehrt zurück zum Ursprung, erfährt ihre Heilsamkeit.“ Die heilende Wirkung der Natur lässt sich auch im Titel der Schau erahnen: „Wenn der Wind den Regen holt.“ Die Zeile stammt aus einem Lied, das die Künstlerin geschrieben und dazu ein passendes Bild gemalt hat. Es hat etwas Aufwühlendes. „Der Regen steht für die Traurigkeit, während der Wind die Bewegung bringt und die Traurigkeit ausspült“, erzählt Lukrezia Krämer.

Eine gewisse Natursehnsucht habe sie schon immer gehabt, auch wenn sie in ihrer Akademiezeit mit Porträts begonnen hat. Doch auch dabei hätten die Emotionen im Vordergrund gestanden. Und genau das sei auch das Spannende bei ihren Landschaftsbildern. Immer wieder erlebt sie verschiedene Reaktionen auf ihre Landschaftsbilder. Etwa bei „Noah“ einer Malerei, die sowohl den Himmel als auch das Wasser in Aufruhr zeigt. Das kann die Betrachter beängstigen oder auch beruhigen. Anfang des Jahres war das Gemälde noch bei der Absolventenausstellung im K21 in Düsseldorf zu sehen.

Während „Noah“ ein Motiv zeigt, das in ihrem Atelier entstanden ist, zeigt die Schau auch Bilder, die unter dem direkten Natureinfluss entstanden sind. So machte die Künstlerin beim Internationalen Landschaftspleinair in Schwedt mit und sammelte vor Ort Inspirationen. „Es war neu, weil außer mir und dem Bild, noch ein dritter Dialogpartner da war“, erzählt sie. „Zunächst wird man überrannt von der Umgebung, dann gilt es das wesentich heraus zu spüren und nicht alle Details wiedergeben zu wollen.“  Vier Bilder aus dieser Zeit hat sie mitgebracht, andere Landschaftsmalereien stammen aus ihrer Heimatstadt Rösrath.

Noch bis Sonntag, 1. November, kann die Ausstellung im Kunstraum besucht werden. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 15 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung.