Ideen der Neuss Agenda Drei Mitmach-Gärten für die Landesgartenschau

Neuss · Die Neuss Agenda will die Gestaltung der Landesgartenschau nicht nur der Stadt und der Landesgartenschau GmbH überlassen, sondern sich auch selbst mit Ideen einbringen. Einige liegen jetzt auf dem Tisch des Aufsichtsrates.

 Die Naturgärtnerin Antje Loh hat für die Neuss Agenda einen Garten mit den Konturen des Stadtgebietes konzipiert, bei dem zum Beispiel der Autobahnring als Weg angelegt ist.

Die Naturgärtnerin Antje Loh hat für die Neuss Agenda einen Garten mit den Konturen des Stadtgebietes konzipiert, bei dem zum Beispiel der Autobahnring als Weg angelegt ist.

Foto: Neusss Agenda/Neuss Agenda

Vom Fahrradsattel aus haben sich die Mitglieder des Unterausschusses Mobilität am Mittwochabend die Rennbahn als Kerngelände der Landesgartenschau (Laga) angesehen und über die drei wesentlichen Zugänge diskutiert. Man habe dabei viel Handlungsbedarf gesehen, sagt Planungsdezernent Christoph Hölters, der im Planungsausschuss am 7. September für jeden Zugang einen Gestaltungsvorschlag vorlegen will. „Gut, dass wir uns beworben haben. Da kann vieles schöner werden“, sagt er.

Während sich also die Politik intensiv mit dem „Drumherum“ beschäftigt, wird auch noch um die Gestaltung der Laga selbst gerungen. Bevor der Aufsichtsrat am Freitag (18. August) dazu weitere Pflöcke einschlägt, ruft sich der Verein Neuss Agenda mit eigenen Ideen in Erinnerung. Er nennt den Bau eines Naturhauses als Lernort und „grünes Klassenzimmer“ unverzichtbar und möchte in dessen Umfeld drei in etwa gleich große Gärten mit bis zu 800 Quadratmetern Fläche angesiedelt sehen. Die haben unter dem Motto „Urban Garden Land“ eines gemeinsam: Es sollen Mitmach-Gärten werden, offen für alle Interessierten.

Der „Neuss Garten“ Dieser Garten ist vielleicht von der äußeren Gestaltung her der auffälligste, denn er orientiert sich an den Konturen des Stadtgebietes. Antje Loh, eine angehende Naturgärtnerin, hat ihn konzipiert und zu Papier gebracht. Elemente wie Flüsse und Autobahnen oder die markante Skihalle wurden als Wege, Hecke oder Hochbeet platziert. Dieser Garten, bepflanzt mit heimischen Gewächsen und „gebaut“ unter Verwendung von natürlichen oder recycelten Materialien, kann nach Ansicht des Vereins Naturgarten als Mitmachprojekt mit Bürgern und deshalb kostengünstig umgesetzt werden. Nach diesem Prinzip hat der Verein bei der Bundesgartenschau Mannheim bereits ein Naturgartenareal mitgestaltet.

Der „Interkulturelle Garten“. Diese Idee hat die Neuss Agenda sozusagen adoptiert und in ihrem „Urban Garden Land“-Projekt verortet. Der Anstoß kam aus dem Integrationsausschuss, dessen Ansinnen vom Umweltausschuss unterstützt wird. Die Idee ist, dass auf dieser Fläche Menschen mit Migrationsgeschichte Gelegenheit bekommen, Gemüsesorten, Pflanzen und Bäume aus ihrer Heimat groß ziehen zu können. „Das soll auf der einen Seite dazu führen“, heißt es im Konzept der Neuss Agenda, „dass diese Menschen hier heimisch werden, aber auf der anderen Seite auch die Verbindung zu ihren Wurzeln nicht verlieren.“ Der Verein „Raum der Kulturen“ könnte für eine koordinierende Zusammenarbeit gewonnen werden, zudem könnte der Interkulturelle Garten auch für die Flüchtlinge interessant sein, die in der ZUE des Landes am Obertorweg leben.

Der Nutzgarten Während der Landesgartenschau aber auch danach sollte es im Rennbahnareal Platz für Menschen geben, die dort selber gärtnern wollen. Auch Kindergärten oder Schulen könnten in diesem Urban-Gardening-Projekt einen Platz finden, um Obst, Gemüse oder Blühpflanzen unter nachhaltigen Gesichtspunkten, wie die Agenda betont, zu pflanzen und ernten. So würde Besuchern an einem Beispiel gezeigt, heißt es zur Begründung, wie sie solche Projekte als Nachbarschaftsgärten in ihren Wohnvierteln realisieren könnten. Diese Idee verfolgt die Agenda auch unter dem Stichwort „Essbare Stadt“ an anderen Stellen in der Stadt.

Für die Gärten spricht aus Sicht von Agenda-Sprecherin Christine Vogel, dass sie mit bürgerschaftlichem Engagement und unter Verwendung vorhandener Materialien – und damit preiswert – angelegt werden können. Und weil sie über die Laga 2026 hinaus bearbeitet werden sollen, stünden auch keine Rückbaukosten an. Allein das Naturhaus, das auch im Siegerentwurf für die Gesamtgestaltung der Laga vorgesehen ist, würde nennenswerte Kosten verursachen. Aber vielleicht fänden sich dafür Fördergelder oder Sponsoren.

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