Neuss: Ärger wegen Unkraut und hohem Gras auf dem Hauptfriedhof

Bürgermonitor Neuss : Besucherin verärgert über Wildwuchs

Auf dem Neusser Hauptfriedhof sprießen Unkraut und Rasen. Gräber werden zum Teil überwuchert.

Renate Bollo ist gebürtige Neusserin, wohnt aber mittlerweile nicht mehr in der Quirinusstadt. Dennoch kommt sie jede zweite Woche dorthin. Auf dem Neusser Hauptfriedhof ist ihre Mutter beerdigt, genau auf dem Feld 217. 2008 ist Bollos Mutter gestorben. „Das Feld ist voller Reihengräber. Die meisten wurden in den Jahren 2007 und 2008 angelegt“, sagt sie.

Was sie störe, und das schon seit Jahren, wie sie betont, seien die ungepflegten Rasenflächen zwischen den Grabstellen. „Ich habe das Gefühl, die Stadt geht dort ab und zu mal mit der Harke durch, und das war’s“, sagt Renate Bollo. Ihrer Meinung nach habe der Zustand auch nichts mit der aktuellen Wetterlage zu tun. „Auch im November sah es dort sehr ungepflegt aus.“ Was sie am 1. November, Allerheiligen, besonders gerührt habe, erzählt sie, waren ältere Frauen, die an den Gräbern ihrer Männer standen und weinten – weil die Umgebung so ungepflegt sei und nicht einem würdigen Gedenken an die Toten entspreche.

„Es ist ja in Ordnung, wenn wir hin und wieder selber um das Grab Unkraut jäten, aber tatsächlich könnten wir das alle 14 Tage machen“, sagt sie und fügt hinzu: „Es wäre schön, wenn dort regelmäßig gemäht würde. Sonst hätten wir uns auch einen Waldfriedhof aussuchen können.“

Auf Nachfrage bei der Stadt, bestätigte ein Sprecher, dass aktuell aufgrund der Witterung die Pflanzen extrem stark wachsen, und die Mitarbeiter des Friedhofamtes dabei seien, alles zurückzuschneiden. Auch das Gräberfeld 217 gehöre dazu. „Allerdings“, so der Stadtsprecher, „gibt es auch Grabstellen, die zuwuchern und deren Besitzer sich nicht kümmern. Die werden wir anschreiben und sie auffordern, der Grabpflege nachzukommen.“

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