Neuss: Ärger über Gänsekot - doch "Sport im Park" im Stadtgarten wird nicht verlegt

Bürgermonitor Neuss : Ärger über Gänsekot - doch „Sport im Park“ wird nicht verlegt

Bei der Veranstaltung Sport im Park ärgert sich Richard Weigl über Gänsekot. Er schlug vor, das Angebot zu verlegen. Das wird aber nicht geschehen.

„Kostenlos, unverbindlich, unter kompetenter Anleitung“ so wirbt die Stadt Neuss mit dem Angebot „Sport im Park“. „Und mit jeder Menge Gänsekot“ würde Richard Weigl ergänzen. Der Neusser und seine Frau nehmen das Angebot zur Bewegung unter freiem Himmel und im Grünen gerne und oft wahr. Unter anderem im Südpark, am Nordparkbad, im Park Allerheiligen, am Sandhofsee und eben auch im Stadtgarten ist das Training möglich, bei dem jeder mitmachen und jederzeit einsteigen kann. Doch die Freude, an den Angeboten im Stadtgarten teilzunehmen, ist Richard Weigl grundsätzlich vergangen. Und das hat er auch in einem Brief an den Bürgermeister deutlich gemacht. Darin fragt er: „Haben Sie schon einmal eine Veranstaltung im Stadtgarten mitgemacht? Dort ist jeder Weg und jede Wiese voll mit Gänsekot.“ Für Richard Weigl ist es nicht nachvollziehbar, warum die Stadt „weder im Stadtgarten noch an anderen seit langem bekannten Stellen gegen die Ursache der Verkotung nichts unternimmt“.

Antwort hat der Neusser von Umweltdezernent Matthias Welpmann erhalten. Der schreibt in dem Brief, dass das Problem bekannt sei, und dass das Amt für Stadtgrün, Umwelt und Klima „die für den Breitensport genutzte Fläche mehrfach in der Woche intensiv reinigt“. Eine Restbelastung lasse sich aber leider nicht ausschließen, worüber die Teilnehmer auch informiert worden seien.

Für Weigl ist das kein Zustand, und er hat eine Idee, nämlich das Angebot zu verlegen – und zwar auf eine Grünfläche nur wenige Meter von der jetzigen entfernt, Ecke Schorlemer-/Deutsche Straße. Das allerdings wird nicht geschehen, denn dann, sagt Stadtsprecher Tobias Spange auf Nachfrage der Redaktion, wäre der Name der Veranstaltung hinfällig, „Sport im Park“, aber ohne Park. Spange betont noch einmal, dass die Fläche regelmäßig vor den Aktivitäten gereinigt werde. „Aber in einer Parkanlage gibt es eben nicht nur Bäume“, ergänzt er. Fazit: Die Veranstaltungen, wie Pilates (Dienstag), Body Workout (Mittwoch) oder Yoga (Freitag) werden weiter im Stadtgarten an gewohnter Stelle stattfinden. Und Richard Weigl die „ekligen Hinterlassenschaften“, wie er schreibt, weiter in Kauf nehmen müssen.

Probleme mit Gänsen beziehungsweise ihren Hinterlassenschaften hat die Stadt Neuss vor allem an anderer Stelle, am Jröne Meerke. Um deren Anzahl zu reduzieren, hat sie einen Antrag an den Rhein-Kreis als Untere Jagdbehörde gestellt, die Gänse bejagen lassen zu dürfen.

Während das Bejagen von Kanadagänsen bereits seit 2015 genehmigt ist, wird es, wie Kreissprecher Benjamin Josephs sagte, zu dem „Problem“ Nil- und Schneegänse am 5. September ein Gespräch zwischen Vertretern des Kreises, der Stadt Neuss und des Umweltministeriums geben.

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