Neuss: Acoustic Concerts im Kulturkeller

Konzertreihe „Acoustic Concerts“ in Neuss: Weltmusiker treffen sich im Kulturkeller

Einen Monat früher als gewohnt beginnt die Konzertreihe „Acoustic Concerts“. Sie startet mit Fado.

Gleich das erste Konzert im neuen Programm der Weltmusik-Reihe „Acoustic Concerts“ fällt aus dem Rahmen. Schon im Oktober, statt wie sonst im November, geht es los mit einem Ereignis, das den Fado feiert, aber mehr noch einen seiner profiliertesten Vertreter, der zudem noch in Neuss lebt: João Marques de Figueiredo Pinto. Seit mehr als 50 Jahren widmet sich der 1955 in Portugal geborene und heute in Neuss lebende Musiker der Musik seines Geburtslandes. Was sowohl für den Generalkonsul Portugals in Düsseldorf wie auch für den Neusser Bürgermeister Reiner Breuer Anlass genug war, ihm einen besonderen Auftritt zu geben – nämlich im Romaneum (wegen des zu erwartenden Andrangs), aber in der Musikreihe, deren eigentliche Heimstatt der Kulturkeller ist.

Jeden Monat gibt es dort ein Konzert, das dem Thema Weltmusik zugeordnet ist und von Christian Weber vom Kulturamt zusammengestellt wird. Auf das Fado-Konzert hat er nur geringen Einfluss gehabt, dafür umso mehr auf die Besetzung der anderen Termine. Doch erst im Dezember geht es weiter mit der Reihe, die im Kulturkeller (bei 99 Plätzen) fast schon ausabonniert ist.

Für das Programm profitiert Weber von seiner Mitgliedschaft in einer Jury des Kultursekretariats Wuppertal, die sich mit der Förderung von Weltmusikern beschäftigt. Das Pulsar Trio (2. Dezember) schaffe es zwar erst in 2019 in den Förderkatalog, sagt er, „aber ich wollte das Trio unbedingt haben. Es ist fast schon mein persönlicher Favorit.“ Am Anfang stünde Jazz, dann „löst er sich auf und wird immer mehr zu Weltmusik“, sagt er. Doch eigentlich mag Weber alle Bands, die er nach Neuss eingeladen hat. Das Ensemble Kol Colé (20. Januar) mit dem Neusser Musiker Hesen (sprich: Hassan) Kanjo kombiniert jüdische, hebräische Musik mit osteuropäischer Folklore.

Eine musikalische Grenzüberschreitung verspricht auch die fünfköpfige Band Tan (3. Februar). Auch da mischt mit Bassist Konstantin Wienstroer ein Neusser mit. Der Name „Tan“ kommt im Übrigen aus dem Türkischen und bedeutet Morgendämmerung. Wobei die nicht nur am Bosporus, sondern auch am Rhein musikalisch betrachtet wird.

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Aus der Schweiz, dem Senegal und Israel kommen die drei Musiker von JMO, die traditionelle Klänge Afrikas mit denen aus Europa und dem Kontinent verknüpfen (3. März). NaNaya ist ein Quartett, deren Mittelpunkt die Sängerin Thea Soti ist. Sie wurde in eine ungarische Familie in Nord-Serbien hineingeboren, kombiniert die Volksmelodien ihrer Heimat mit Jazz und orientalischen Klängen (14. April). „A Mexican in Syria“ ist das Thema des letzten Konzerts am 12. Mai, das vom Babylon Orchestra bestritten wird.

Die vielköpfige Band hat zudem in Kulturreferent Rainer Wirtz einen Fürsprecher – was es allerdings nicht brauchte, denn Weber ist ohnehin von der Qualität überzeugt. Da das Orchester vermutlich auch viel mehr Zuschauer ansprechen wird, als der Kulturkeller fassen kann, wird das Konzert im Romaneum stattfinden.

Info Oberstraße 17, Eintritt 12/14 Euro, Beginn 19 Uhr

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