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Neuss: Achim Rohde gestorben - ein Nachruf

Nachruf auf Achim Rohde aus Neuss : Ein Kämpfer für die liberale Sache

Die FDP Neuss trauert um ihren Ehrenvorsitzenden Achim Rohde, der ein Akteur der Landespolitik war. Er starb in der Nacht zum Montag. Ein Nachruf.

Die Bestürzung ist groß. In der Nacht zum Montag ist Achim Rohde gestorben, und die Nachricht verbreitete sich schon am Morgen wie ein Lauffeuer. Nachfragen aus Ministerien, der Bezirksregierung, aber auch von alten Weggefährten ließen das Telefon in der FDP-Geschäftsstelle an der Breite Straße nicht stillstehen und unterstrichen noch einmal, was vielen längst bewusst war: Achim Rohde, der im Mai sein 85. Lebensjahr vollenden konnte, war ein Großer – auch in der FDP.

Als der promovierte Jurist 2014 aus dem Neusser Stadtrat ausschied, endete eine bemerkenswerte politische Karriere, die den gebürtigen Düsseldorfer zum Weltenbürger werden ließ. Anteil daran hatte auch der damalige FDP-Bundesvorsitzende und Außenminister Walter Scheel, der in Düsseldorf seinen Wahlkreis hatte. Er holte Rohde, der seit 1966 zunächst persönlicher Referent von Landeswirtschaftsminister Gerhard Kienbaum und danach von Hermann Kohlhaase, dem Minister für Landesplanung, war, 1968 in seinen Stab und übertrug ihm die innenpolitische Koordination im Auswärtigen Amt. Mit Scheel sei Rohde in die entlegendsten Gegenden der Erde gereist, berichtet seine politische Weggefährtin Heide Broll. Das schuf nicht nur die Voraussetzungen dafür, dass sich Rohde – als er nach seiner Laufbahn als Berufspolitiker als Unternehmensberater tätig war – Aktivitäten in Nord- wie auch in Südkorea oder Russland entwickelte. Nein, es machte ihn auch offen für das Entwicklungshilfeprojekt Sarvodaya in Sri Lanka, das von der FDP-nahen Naumann-Stiftung unterstützt wurde. So kam es vor mehr als 40 Jahren zur Gründung des Vereins Sarvodaya Deutschland, der bis zu seiner Auflösung 2020 in Rohdes Haus am Nixhütter Weg seine Geschäftsstelle hatte.

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Aber das bis blieb Ehrenamt. Politisch machte Rohde, der 1961 der FDP beigetreten war, deren liberale Grundhaltung er überzeugend verfocht, weiter Karriere. 1975 wechselte er in das Amt des Regierungspräsidenten in Düsseldorf. Das füllte er mit großem politischen Geschick bis 1983 aus. 1985, als der FDP nach fünfjähriger Abstinenz der Wiedereinzug in den Düsseldorfer Landtag gelang, wechselte Rohde ins Parlament, wurde Fraktionsvorsitzender und blieb dies bis 1995.

Im Jahr 1999 kehrte Rohde noch einmal auf die politische Bühne zurück, als er ein Stadtratsmandat erringen konnte. Bis 2014 widmete er sich der Kommunalpolitik, blieb aber immer in der zweiten Reihe und bildete mit dem Fraktionsvorsitzenden Heinrich Köppen ein eingespieltes Team.

„Der Masterplan ,Neuss an den Rhein’ war eine seiner noch heute wirkenden, herausragenden Leistungen“, halten der heutige Fraktionsvorsitzende Manfred Bodewig und der Parteivorsitzende Michael Fielenbach in einer kurzen Würdigung fest. Rohde, ergänzt der Kreisvorsitzende Bijan Djir-Sarai, „war unermüdlich engagiert für die liberale Sache“.