Kultur in Neuss Abwechslungsreiche Kunst „auf der Meile“

Neuss · Rund 30 Künstler zeigten am Sonntag in der Innenstadt ihre Werke einem sehr interessierten Publikum. Die Aussteller kamen überwiegend aus Neuss und Kaarst, aber auch aus anderen Städten NRWs.

 Porträts der etwas anderen Art konnte das Publikum am Sonntag auf der Neusser Künstermeile entdecken.

Porträts der etwas anderen Art konnte das Publikum am Sonntag auf der Neusser Künstermeile entdecken.

Foto: Andreas Woitschützke

Während die Besuchermassen auf den Neusser Freithof zu „Nüsser Genüssen“ strömten, gestaltete sich das Interesse auf dem Markt übersichtlicher: Zum zwölften Mal hatten am Sonntag Künstler aus Neuss, Kaarst und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens die Genusssucht genutzt, um auf ihre Werke aufmerksam zu machen und sie zu vermarkten. Rund 30 Künstler bedeuteten zugleich Rekord, der ein überwiegend fachkundiges Interesse fand. Viele Besucher wurden von Linda Madest aus Mülheim taxiert, denn die Künstlerin hinter 2indaArt hat sich auf Porträts spezialisiert. Selbstbildnisse werden von ihr ab 260 Euro professionell und mit aller Sympathie gefertigt.

Margot Grote aus Dinslaken steht für experimentelle Malerei. Das Besondere: Ihre Bilder fotografiert sie und dupliziert sie auf Postkarten, die mit eigenen Texten versehen werden. „Sei der Krieger für deinen Frieden.“ Starke Aussagen beflügelten den Absatz. Irene und Lenka stellten ihr „Refinement Atelier“ in Willich vor. Sie bieten Kreativ-Workshops für Familien, Gruppen oder Kinder (ab sechs Jahren) an. Die dabei entstehenden Farbexplosionen auf Holz, Textilien und Leinwänden waren auf dem Markt mit „20 Prozent Künstlermeile-Rabatt“ zu bekommen. Die meisten Künstler aber kamen aus Neuss und Kaarst. Ein Phänomen ist die 17-jährige Violetta Seizew aus Grimlinghausen. Seit zehn Jahren arbeitet sie bereits mit Acrylfarben, vornehmlich haben es ihr Naturmotive angetan. Mit ihrer „ViLittleArt“ nimmt sie überwiegend Aufträge an und zeichnet mit feinem Pinselstrich Haustiere. Tiermotive sind auch ein Schwerpunkt in der Acrylmalerei der Kaarsterin Gabi Hesse. Dezenten Schmuck aus alten Briefmarken stellt Klaudia Heimes aus der Neusser Nordstadt her. Ihr Stand mit „Stampy Schmuck“ war dicht umlagert.

Ein besonderes Angebot hatte auch Irma Bernardy aus der Innenstadt. Die Rentnerin ist nebenberuflich Feng Shui-Beraterin. Feng Shui ist eine daoistische Lehre aus China: Harmonie trifft den Menschen in seiner Umgebung, die Gestaltung der Wohnräume geht damit einher. Folglich bietet die Künstlerin – „Frau Irma räumt auf“ – Aufräumcoaching an. Ihre Bilder sind diesem Thema gewidmet. Zudem strahlen auch die Fotos der Namibia-Touristin Harmonie aus. Auf Holz aufgezogen sind sie besonders wirkungsvoll. Einen umfassenden „Inhouse-Service“ für Jugendeinrichtungen, Schulen, Kitas und Familienzentren gestaltet auch Wertheim-Arts in Kaarst. Dieser reicht von Kunst-Workshops (ab drei Jahren) bis zu Vorleseaktionen für Vorschulkids. Inhaberin Rena Wertheim begründet ihr Angebot: „Jeder Mensch ist ein Künstler, entweder des Überlebens oder des freien Schaffens.“

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