50 Jahre Gymnasium Norf Wie eine ganze Schule aus Neuss nach Rom reist

Neuss · 26 Reisebusse und eine Unterkunft für über 1300 Schüler: Die große Jubiläumsreise nach Rom war für das Gymnasium Norf zunächst eine logistische Herausforderung. Am Freitag aber waren Schüler und Eltern voller Vorfreude bei der Abreise nach Italien.

Neuss: Reise nach Rom zum Jubiläum 50 Jahre Gymnasium Norf
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Gymnasium Norf auf Jubiläumsfahrt von Neuss nach Rom

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Foto: Stefan Büntig

Der Spätsommer zeigte sich von seiner schönsten Seite zur Einstimmung auf Italien: Bei blauem Himmel, 30 Grad und Sonnenschein kamen am Freitagnachmittag in Allerheiligen rund 1360 Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern, Lehrer und viele Helfer zusammen. Auf dem großen Parkplatz am S-Bahnhof startete die Kostenpflichtiger Inhalt Jubiläumsreise des Städtischen Gymnasiums Norf nach Rom. Zu ihrem 50-jährigen Bestehen fährt die gesamte Schule für eine Woche in die italienische Metropole. Nur ein paar wenige Schüler fahren nicht mit: Einige Leistungssportler und drei Pechvögel, die ausgerechnet jetzt im Krankenbett liegen.

Für die Daheimgebliebenen wird es in der Schule in Norf eine Jubiläumsprojektwoche geben. Alle anderen kamen am Freitag in Allerheiligen zusammen und suchten den richtigen Reisebus. Auch ein kleines Verkehrschaos konnte die Stimmung nicht trüben – die Eltern waren zwar aufgefordert gewesen, ihre Schützlinge mit der Bahn zum Treffpunkt zu bringen. Aber nicht alle hörten darauf und so musste zwischenzeitlich die Polizei die Zufahrt regeln.

Nichtsdestotrotz: Die große Vorfreude war spürbar. Es gab Musik, italienisches Eis, Würstchen, Pizza und Getränke. Der Erlös daraus ging in den Sozialfonds, den das Gymnasium Norf eingerichtet hat, um allen Schülern die Fahrt nach Rom zu ermöglichen.

Gut 20 Stunden dauert die Fahrt mit 26 komfortablen Reisebussen über die Alpen. Auf halbem Weg zwischen der Innenstadt und dem Strand von Ostia wohnen die Schüler und ihre Begleiter in einer großen Ferienanlage. Hier gibt es alles, was das Urlaubsherz begehrt: Zwei Schwimmbäder, ein Ristorante, eine Gelateria, Sportanlagen für Fußball, Volleyball oder Tennis und Bungalows als Unterkunft.

Eine reine Urlaubsfahrt soll die Reise aber nicht sein. Auch Bildung wird groß geschrieben: Für die älteren Schüler wird es unter anderem einen Ausflug zu den Ausgrabungen im antiken Pompeji geben, mit einem Zwischenstopp in der Abtei Montecassino, der Keimzelle des Benediktinerordens.

Die jüngeren Schüler sollen vor allem das Zusammensein im Feriencamp genießen, für alle wird es aber Ausflüge und Stadtführungen ins Stadtzentrum geben. „Die Jubiläumsfahrt ersetzt übrigens keine Klassenfahrt“, betont Schulleiter Stefan Kremer. Die Romreise kommt als einmaliges Ereignis zu den Klassenfahrten in diesem Schuljahr hinzu.

„Ich kann gar nicht ausdrücken, wie glücklich ich bin. Wir hatten viele Widerstände zu überwinden, bis die Reise zustande kam“, erzählt Kremer. Umso schöner sei es jetzt, dass es klappt. Möglich macht das auch der Veranstalter Höffmann-Reisen aus dem niedersächsischen Vechta. Das Familienunternehmen hat über 40 Jahre Erfahrung mit großen Schulfahrten und insbesondere Romreisen – sowohl der Seniorchef Hans Höffmann als auch Juniorchef Andreas Höffmann kamen gerade erst aus Rom zurück und fahren jetzt wieder mit dem Gymnasium Norf nach Italien.

Hans Höffmann hat auch gute Beziehungen in den Vatikan: Er lernte einst bei einer Jugendreise Papst Johannes Paul II. kennen und hatte immer wieder Privataudienzen beim Heiligen Vater. Ob es für die Norfer nun eine Privataudienz bei Papst Franziskus geben wird, war bei der Abreise noch nicht ganz klar. Auf jeden Fall auf dem Programm steht aber ein Besuch zur päpstlichen Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. Wer möchte, kann auch die Kuppel des Petersdoms besteigen. Von dort aus hat man eine prächtige Aussicht über die Ewige Stadt.

Die Organisation der Reise ist eine logistische Meisterleistung: Neben rund 70 Lehrern, Ärztinnen, Krankenschwestern und Physiotherapeuten fahren pro Bus auch zwei bis drei Fahrer mit. So kommen über 1400 Romreisende zusammen. Am Freitag gab es in Allerheiligen tausende Umarmungen, die eine oder andere Abschiedsträne – aber vor allem sehr viel Vorfreude. Die drei Schüler Jakob (11 Jahre), Johan (10) und Henri (11) waren sich einig: „Wir freuen uns auf die Stadt Rom, auf die Pools und die Bungalows. Alle unsere Freunde sind da. Das wird eine tolle Reise!“

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