Neuss: 44.273 Neusser sind Berufspendler

Straßenverkehr in Neuss : 44.273 Neusser sind Berufspendler

Die meisten Berufspendler aus Neuss zieht es werktags nach Düsseldorf.

In Düsseldorf gibt es 313.000 Arbeitsplätze, für die Menschen aus anderen Städten und Gemeinden jeden Werktag in die Landeshauptstadt fahren. Wer wissen möchte, weshalb langwierige Bauarbeiten wie auf der Fleher Brücke für großen Frust bei Autofahrern sorgen und ein flüssig, schnell, zuverlässig und reibungslos verlaufender ÖPNV in die Nachbarstadt wichtig ist, sollte daher in die Pendlerstatistik schauen, die das statistische Landesamt IT.NRW jetzt vorgelegt hat. Jeden Tag fahren demnach 18.760 Neusser zur Arbeit nach Düsseldorf. In umgekehrte Richtung – also vom Wohnort Düsseldorf zum Arbeitsort Neuss – zieht es regelmäßig 8826 Berufspendler. Insgesamt sind 44.273 Neusser Berufspendler.

Das sorgt für volle Straßen und Bahnen. Zumal in diesen Zahlen tägliche Düsseldorf-Berufspendler aus anderen kreisangehörigen Kommunen wie Kaarst (5879), Dormagen (3777) oder Korschenbroich (3605) beziehungsweise anderen Städten nicht einbezogen sind. Zudem gilt: Viele Berufspendler sind täglich auch innerhalb des Kreises zwischen Wohn- und Arbeitsort unterwegs. So fahren zum Beispiel 2069 Neusser jeden Tag nach Kaarst und 3411 Kaarster nach Neuss. Aus Dormagen zieht es täglich 3895 Berufstätige in die Quirinus-Stadt, von Neuss nach Dormagen sind es 1853. Fahrten in den Ballungsraum Köln kommen noch hinzu. Berücksichtigt sind in der Pendlerrechnung von IT.NRW alle Erwerbstätigen, dazu zählen die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die geringfügig Beschäftigten, Beamte und Selbstständige. Insgesamt pendelt etwa jeder zweite Berufstätige, 2018 sind 4,7 Millionen Menschen regelmäßig über Gemeindegrenzen hinweg zur Arbeit gefahren.

Wer die Straßen entlasten will, muss das Angebot im ÖPNV verbessern. Auch deshalb könnte zum Beispiel die Schnellbuslinie, die Neuss gerne vom Süden der Stadt nach Düsseldorf einrichten würde, für Entlastung sorgen. Allerdings ist Geduld gefragt. Derzeit liegen die Planungen auf Eis, da die Freigabe der für die Schnellbuslinie in den Blick genommenen äußeren Fahrbahnen der Fleher Brücke derzeit nicht in Aussicht gestellt werden kann. Das hatte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in einem Schreiben an die Stadt mitgeteilt und dabei den schlechten Zustand der Brücke, die in den kommenden fünf Jahren saniert werden soll, angeführt. Die Politik hat – wie zuletzt die SPD – auch das Tarifsystem im ÖPNV in den Blick genommen.

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