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Neuss: 400 Schüler beim Berufsparcours

Berufsparcours in Neuss : 400 Schüler suchen Job-Inspiration

Zum fünften Mal luden die Stadt Neuss, Metall NRW und das Technikzentrum Minden-Lübbecke jetzt gemeinsam zum sogenannten Berufsparcours. 13 Unternehmen und Institutionen stellten verschiedene Jobs vor.

Was soll ich werden? Welche Talente habe ich? Und für welchen Beruf eigne ich mich dadurch? Wenn es gut gelaufen ist, dann haben etliche Neusser Schüler am Dienstag auf diese Fragen eine Antwort gefunden – beim Berufsparcours in der Mensa der Gesamtschule an der Erft. Zum fünften Mal hatten die Stadt Neuss, Metall NRW und das Technikzentrum Minden-Lübbecke diese Veranstaltung organisiert. Neben der Gesamtschule nahmen die Realschule Holzheim, die Herbert-Karrenberg-Schule und die Comenius-Gesamtschule teil.

„Insgesamt werden hier heute knapp 400 Schüler durchgehen“, erklärt Karin Ressel vom Technikzentrum. Sie werden erwartet von 13 Unternehmen und Institutionen, die einen oder mehrere Berufe vorstellen und dazu mit Ausbildern, aktuellen Lehrlingen und einer oder mehrerer Aufgaben für die Schüler gekommen sind. So können sich die Schüler beim „Van der Valk Airport Hotel Düsseldorf“ im Servietten-Falten üben oder probieren, drei Teller auf einer Hand, auf denen auch noch ein Ball ruht, unfallfrei durch den Saal zu tragen. Die Firma Dachser ist mit einem Lkw-Fahrsimulator angereist, der eifrig genutzt wird. Am Tisch des Finanzamtes Neuss muss ein Quiz rund um die Steuererklärung und das Steuergeheimnis gelöst werden und bei der Bayer AG haben die Schüler die Wahl zwischen einer Glasrohr- oder eine Lochplattenmontage.

„Durch diese Aufgaben haben die Schüler die Chance, etwas aus dem jeweiligen Beruf auszuprobieren“, nennt Ressel die Vorteile dieses Vorgehens. „Außerdem sind die Schüler anschließend bei der Bewerbung breiter aufgestellt“, ergänzt Sebastian Lehmkühler, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule an der Erft. Denn zum einen würden die Schüler feststellen, dass der Beruf, für den sie sich interessieren, auch bei Unternehmen angeboten werde, die sie bis dato gar nicht auf dem Schirm hatten. Zum anderen würden sie merken, dass manche Berufe ähnliche Tätigkeiten beinhalten, wie der Beruf, den sie sich bisher ausgeguckt hatten. Vor allem aber würde es den Schülern – und teilweise auch den Unternehmen – durch die Tätigkeit leichter fallen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Hat der Schüler Interesse, das Unternehmen genauer kennenzulernen, kann er eine vorher vorbereitete „Visitenkarte“ mit Kontaktdaten und Interessen abgeben.

Die 14-jährige Julia hat eine ihrer Karten beispielsweise bei der Pierburg GmbH abgegeben. Eigentlich hatte sie bisher nur über Berufe nachgedacht, bei denen sie etwas mit Kindern zu tun haben würde. Aber nun hat sie mit viel Geschick – wie Ausbilder Manfred Sommer sofort feststellte – eine Schuko-Kupplung angeschlossen. „Ich habe da noch nie drüber nachgedacht, aber vielleicht ist Elektroniker ja auch was für mich“, sagt sie. Auch am Tisch vom Finanzamt Neuss haben sich schon Interessierte gefunden. „Bei einigen war ich sehr erstaunt, wie viel sie schon wussten“, sagt Marion Siepmann, Ausbildungsleiterin. Sie ist mit ihrem Team schon das fünfte Mal dabei und überzeugt, dass sich die Teilnahme lohnt.

Was wiederum aus Sicht der Schüler für den Berufsparcours spricht, ist folgende Erfahrung von Karin Ressel: „Wenn beim Parcours ein Schüler einen Schnuppertag vereinbart und dorthin geht, wird in 70 Prozent der Fälle daraus ein Ausbildungsvertrag.“