Neuss: „3 Kölsch ein Schuss“ überzeugen im Rheinischen Landestheater

„3 Kölsch ein Schuss“ in Neuss : Zum Jahresausklang ein Weihnachts-Special im Landestheater

Das Kölner Improvisationstheater „3 Kölsch ein Schuss“ lieferte im RLT zum wiederholten Mal eine unterhaltsame Show.

Beim letzten Abend in diesem Jahr in der Kabarettreihe „neusspunktacht“ des Rheinischen Landestheaters gastierte wieder einmal das Kölner Improvisationstheater „3 Kölsch ein Schuss“ mit einem Herz und Lachmuskeln erfrischenden Weihnachtsspecial in Neuss. Natürlich trat der Pianist und Komponist Bernd Budden im Weihnachtsmantel und mit Rauschebart auf, intonierte kurz am Flügel „Bald ist Heiligabend da“, um dann mit dem Publikum die „Heiligen 3 Kölsch ein Schuss“ zu begrüßen.

Susanne Pätzold, die das Improvisationstheater gründete, hat sich mit Axel Strohmeyer und Franco Melis auf diese Weihnachtsshow umfassend vorbereitet. Und dennoch sind sie wegen ihrer unmittelbaren Verbindung zum Publikum von dessen Assoziationen, Einfällen, Vorschlägen und Wünschen in hohem Maße abhängig.

„Nennen Sie uns für ein ungewöhnliches Weihnachtslied drei Substantive.“ So entsteht die bezaubernde musikalische Improvisation „In der Straßenbahn ganz vorne“, in der auch Geiz, Graureiher und Maulwurf sich tummeln.

Auf Schlagzeichen müssen die Protagonisten beim Streit ums Weihnachtsbaumschmücken zwischen Deutsch und Kunstsprache nahtlos wechseln. Das kommt dann so: „Met schötze wötze blöm op de hefte ich bügel doch nicht jedes Mal das Lametta!“ Perfekt gelingt dabei der immer schnellere Sprachwechsel. Auf Vorschlag des Neusser Publikums werden auch durchaus skurrile Traditionen lebendig wie „Kettensägen-Plätzchen backen im exotischen Belgien“.

Die drei Schauspieler, die seit 1995 „3 Kölsch ein Schuss“ mit Leben füllen, zaubern entsprechend originell eine Weihnachtsgeschichte hervor. Das macht nicht nur dem Publikum ungeheuer viel Spaß, sondern auch ihnen selbst, wenn der Kollege mal wieder einen absurden Einfall hat. Bernd Budden überspielt mit feinem Swing diese Intermezzi. Er begleitet auch die Kurzoper „Wo sind die Kopfschmerztabletten?“ und das Musical von der „Krankenschwester, der die Spritznadel abbricht“. Beachtlich sind dabei die Gesangsleistungen sogar im Terzett.

Manche Geschichte wie die vom Klempner, den man in der Adventszeit nicht im Haus haben möchte, gerät ein wenig lang, und nicht immer werden alle Publikumswünsche angenommen: „Wo sollten wir unsere Betriebs-Weihnachtsfeier halten?“ Der Publikumsvorschlag „Im Pascha in Köln“ wurde dann doch durch den Vorschlag „im Matratzenlager“ ersetzt. Aber auch das wurde zum puren Vergnügen.

Das Improvisationstheater „3 Kölsch ein Schuss“ ist im März des kommenden Jahres wieder im Landestheater, dann mit ihren detailreichen Kenntnissen von „The Neuss of Germany“. Jürgen Becker, dem Gast des Abends, wird das Ensemble sein üppiges Angeberwissen über die Großstadt am Niederrhein vermitteln.