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Neus:. Erftverband saniert Schlauchwehr zwischen Weckhoven und Selikum

Obererft in Neuss : Erftverband saniert das Schlauchwehr bei Selikum

Der Erftverband saniert in diesen Tagen das Schlauchwehr auf dem Abschnitt der Erft zwischen Selikum und Weckhoven. Was Spaziergängern an der Erft derzeit mülltütenblau entgegenschimmert, ist nach Darstellung einer Sprecherin des Eftverbandes die Abdichtung der Dammbalken.

Sie wird verschwinden, wenn zwei Gummischläuche, die das Wasser aufstauen, wieder eingebaut sind. Für Kanuten entstand durch die Baustelle die Gelegenheit, das ansonsten nicht passierbare Wehr am Wochenende mit ihren Kajaks zu befahren. Eigentlich sind Wehranlagen für Wassersportler gesperrt. Es besteht Lebensgefahr.

Die Wehranlage ist wichtig, um den Wasserstand in der Obererft, die in Selikum in Richtung Stadtmitte abzweigt, zu stabilisieren. Gebaut wurde es, nachdem ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Erft im Stadtgebiet Neuss begradigt wurde und dadurch vom Napoleonswehr abrückte. Dieses Bauwerk aus französischer Zeit hatte die Obererft mit Wasser versorgt, dessen Menge mit dem Empellement im Selikumer Busch geregelt wurde.

Um den aufgestauten Wasserspiegel in der Erft und damit die Einspeisung in die Obererft beibehalten zu können, wurde in die „begradigte“ Erft ein neues Wehr eingebaut, das Mitte der 1990er Jahre als Schlauchwehr erneuert wurde. Bei dieser Konstruktion übernehmen statt der klassischen Wehrtafeln aus Metall zwei mit Luft gefüllte Gummischläuche, jeder 800 Kilogramm schwer und mit 1,60 Meter Durchmesser, die Aufgabe, das Wasser zu stauen. Das Problem: Gummi als „Baustoff“ altert, und auch an dem Schlauchwehr zeigt die sechs Millimeter dicke Gummimembrane der Schläuche Spuren einer Materialermüdung. Sie werden deshalb derzeit ausgetauscht. Das geschieht nacheinander, damit die Funktionsfähigkeit des Wehres erhalten bleibt und ist zur Hälfte abgeschlossen. Für den Aus- und Wiedereinbau der Gummischläuche mussten die beiden Wehrfelder zunächst mit Stahltafeln abgeschottet und trockengelegt werden. Dabei kamen auch Taucher zum Einsatz. Abgeschlossen wird die Sanierung, von der die „Fischtreppe“ ausgenommen bleibt, am Freitag mit einer Druckprobe.